Ballspiel und Minne

Die Minne spielte beim Ballwerfen in der Ritterzeit und noch später eine ansehnliche Rolle und erhöhte den Zauber des Ballspiels. Statt vieler Belege nur einige aus dem 1314 entstandenen Gedicht „Wilhelm von Österreich“:

Aglien dem Kinde
was groze huot gesetzet
mit jamer in irs herzen sal
jedoch so man uf warf den bal
und er einem in die hant
wart, so tet ez so bekant
dem andern sinen holden gruoz
(Bl .13d)

do warf der junge Rial
sinen bal Aglien
(Bl. 14a)

do sie den brief gerihte
sie nat in wider in den bal
der wart dem jungen Rial
geworfen dar an einem tage
(Bl. 14d)

da mit was der brief geschriben
und aber in den bal genat
der wart geworfen mit getat
ze schimpfe da der frien
siner trut amien
(Bl. 15)

Liebe weiß allezeit Rat und sollte der Brief (wie hier) in einen Ball genäht und auf diesem Wege dem Geliebten zugeführt werden. Man kann sich denken , und viele Aussprüche von Dichter bestätigen es, daß sich die Mägdlein freuten, wenn es hinaus zum Ballspiel ging, ganz wie unsere jungen Mädchen auf den ersten Ball und die Eroberungen dabei.

nach Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897)


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