Bremer Stadtmusikanten

Ballspiel

Geschchte des Ballspiels

| 1895

Sehr alt und bei allen Völkern zu finden ist das Ballspiel. Wir sehen es auf Abbildungen der alten Ägypter mehrfach dargestellt, wie in altchinesischen Bildern. Bei Homer spielt Nausikaa, das liebliche Königskind, eben mit ihren Freundinnen Ball, als Odysseus schiffbrüchig und elend an das Gestade verschlagen wird. Überhaupt scheint gerade diese Belustigung bei jeder Geselligkeit der alten Griechen besonders beliebt gewesen zu sein.

Ballspiel im Mittelalter

Nicht minder geschätzt war die Freude des Ballspiels im Mittelalter bei romanischen und germanischen Völkern. Von den Minnesingern werden das Ballspiel und der Reigen als die Hauptbelustigungen des Frühlings genannt. Wie am Tanze, so erlustigten sich Knaben und Mädchen am Ballspiel:

Es wirfet der jungen vil
uf der strazen einen bal
dast des sumers erstez spil
( Ms. H. II. 113)

Daß deutsche Mädchen auch, wie die griechischen, an diesem Spiele sich beteiligten, bezeugt u.a. Walther (Pf. A. 1,4):

Uns der winter geschadet uber al
saehe man die maegde an der straze den bal
werfen, so kaeme uns der vogele schal

Walther ( von der Vogelweide ) betrachtet hier das Ballspiel als Einleitung zum Frühling nach den Unbilden des rauhen Winters. — Ähnlich singt Joh. v. Würzburg um 1314 in einem Gedicht „Wilhelm von Österreich“:

lat sich der meie schauwen
so sint gesit die frouwen
junge man und meide
daz sie sunder leide
ze velde hin mit schallen
rent in die bloumen ballen

Es gab schon zur Ritterzeit mehrere Arten des Ballspiels. Eine Art und zwar die Gewöhnlichste, mag so wie noch jetzt gespielt worden sein: Die Spieler teilten sich in zwei Parteien, die eine warf den Ball, die andere fing ihn auf. Die werfende Partei suchte den Ball so weit als möglich zu schleudern, die andere haschte danach und warf ihn unter die ganze Schar. Wer getroffen ward, mußte zur fangenden Partei übertreten und dies ging so lange fort, bis die ganze werfende Partei aufgelöst war. Neben diesem frühen Ballwerfen gab es erwiesenermaßen auch Schlagball, bei welchem der Ball mit einem Stecken ( einer Pritsche ) geschlagen ward, um ihn recht weit fortzutreiben.

nach Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897)

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Über ein Ballspiel, wie es zu Konstanz zur Zeit des Konzils (1414-1418) getrieben ward, berichtet der Italiener Poggio in einem an seinen Landsmann Nicoli gerichteten Briefe: „Sie spielen nicht wie bei uns, sondern Mann und Frau wirft sich, je nachdem man sich am liebsten hat, einen Ball voll Schellen zu. Alles rennt dann, ihn zu […]

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Ballspiel mit Eisenring

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Ballspiel und Minne

Die Minne spielte beim Ballwerfen in der Ritterzeit und noch später eine ansehnliche Rolle und erhöhte den Zauber des Ballspiels. Statt vieler Belege nur einige aus dem 1314 entstandenen Gedicht „Wilhelm von Österreich“: Aglien dem Kinde was groze huot gesetzet mit jamer in irs herzen sal jedoch so man uf warf den bal und er […]


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