Wenn alle untreu werden (Novalis)

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Wenn alle untreu werden
So bleib ich dir doch treu
Dass Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei
Für mich umfing dich Leiden
Vergingst für mich in Schmerz
Drum geb‘ ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz

Oft muß ich bitter weinen
Dass du gestorben bist
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergisst
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan
Und doch bist du verklungen
Und keiner denkt daran

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei
Und wenn dir keiner bliebe
So bleibst du dennoch treu
Die treuste Liebe sieget
Am Ende fühlt man sie
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden
O! lasse nicht von mir
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts
Und sinken liebend nieder
Und fallen dir ans Herz

Text: Novalis (1802)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1802 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: 1802 schrieb Novalis ein innig-gläubiges Gedicht auf  Jesus, der so viel am Kreuz erlitten hat und dessen Leiden dennoch ganz in Vergessen gerieten. Zehn Jahre darauf nahm Max von Schenkendorf dieses Gedicht als Inspiration und verfasste während der Befreiungskriege gegen das Frankreich Napoleons ein Lied auf den „Turnvater Jahn“...