Lichtwer

5 Lieder von Lichtwer

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Ein Herr genötigt auszugehen

Ein Herr, genötigt auszugehen, Vergaß aus großer Eil die Sackuhr an der Wand, Wo sie sein zahmer Affe fand, Und tat, was er gar oft von seinem Herrn gesehen. Er machte sie mit einer Binde Sich um den Leib, und gleich darauf Sah er darnach, und sprach:”Die Uhr geht zu geschwinde!” Er zog sie gleich von neuem auf; Er öffnete

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Ein Mann der in der Welt sich trefflich umgesehn

Ein Mann, der in der Welt sich trefflich umgesehn, kam endlich heim von seiner Reise. Die Freunde liefen scharenweise und grüßten ihren Freund, so pflegt es zu geschehn. Da hieß es allemal: “Uns freut von ganzer Seele, dich hier zu sehn, und nun: erzähle!” Was ward da nicht erzählt! “Hört,” sprach er einst, “ihr wißt, wie weit von unserer Stadt

Gedichte | | 1748


In Afrika war eine Schlange (Die Schlange)

In Afrika war eine Schlange, Die alle Tiere ohne Ursach biss, Und was sie biss, das trieb es nicht lange, Die Wunde schwoll, es starb gewiss Das ging ihr lange Zeit von statten, Bis, da sie einst im Grase spielt, Sie endlich ihren eigenen Schatten Für eine fremde Schlange hielt Da biss sie, weil sie es nicht wusste, Mit einer

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Tier´ und Menschen schliefen feste

Tier´ und Menschen schliefen feste, Selbst der Hausprophete schwieg, Als ein Schwarm geschwänzter Gäste Von den nächsten Dächern stieg. In dem Vorsaal eines Reichen Stimmten sie ihr Liedchen an, So ein Lied, das Stein’ erweichen, Menschen rasend machen kann. Hinz, des Murners Schwiegervater, Schlug den Takt erbärmlich schön, Und zwei abgelebte Kater Quälten sich, ihm beizustehn. Endlich tanzten alle Katzen,

Gedichte | Liederzeit: | | 1748


Von Jahren alt an Gütern reich

Von Jahren alt, an Gütern reich, Teilt einst ein Vater sein Vermögen Und den mit Müh erworbnen Segen Selbst unter die drei Söhne gleich. Ein Diamant ist’s, sprach der Alte, Den ich für den von euch behalte, Der mittels einer edlen Tat Dazu den größten Anspruch hat Um diesen Anspruch zu erlangen, Sieht man die Söhne sich zerstreun: Drei Monde

Gedichte | Liederzeit: | | 1762