Liederlexikon: Pinie

| 1908

mp3 anhören CD buch

Die mächtige Pinie, die schönste der Kiefernarten, ist ein südlicher Baum. Er ist von altersher im Süden einheimisch und war ehemals wie Fichte und Tanne dem Dionysos, dem Zeugungsgotte, heilig. Die Thyrsosstäbe des Gottes, seiner Begleiter und Begleiterinnen waren mit Pinien- oder Tannenzäpfen gekrönt. Diese Zapfen erinnerten die Griechen lebhaft an ein aufgerichtetes männliches Glied, und ihr Reichtum an Körnern galt als Symbol der Fruchtbarkeit. Die Körner, welche die Pinie, die „Nußkiefer” Südeuropas, so massenhaft trägt, sind länglich weiß, sehr ölig (gegen 5000). Sie schmecken mandelartig, und man gebraucht sie sehr gut statt Mandeln und Haselnüsse. Wie diese und wie die Pistazien galten sie in älterer Zeit als ausgezeichnetes Aphrodisiacum (Mattioli), daher man sie auch “Kraftnüßlein” nennt. In Milet war übrigens die Pinie der Demeter heilig. Die griechischen Frauen ruhten und saßen auf ihren Zweigen, um zu dem Feste der Göttin die nötige Enthaltsamkeit zu, erlangen.

in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908)



"Pinie" im Archiv:

Bin durch die Alpen gezogen

Bin durch die Alpen gezogen wo die Lawine rollt sah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold Aber freudig ich tauschte Alpen und Meerestrand für das tannendurchrauschte nordische Heimatland Schlösser sah ich und Türme schimmernd und marmorweiß dunkeler Pinien Schirme wiegten im Winde sich leis aber schöner und besser – lacht mich immer hinaus als die Marmorschlösser dünkt mich mein

Esche

Esche und Erle waren nach altgermanischer Mythologie die Eltern der ersten Menschen (ask = der Mensch) gewesen. Erst eine spätere Umänderung war es, daß drei gütige Götter den zwei vom Meer ans Land getriebenen Stämmen der Esche und Erle Geist, Sprache, Blut und Farbe einflößten. Ursprünglich galt wohl der männliche Baumgeist der Esche — Männer wurden mit Eschen, Frauen mit

Mehr zu "Pinie"