Liederlexikon: Muspilli

| 1970

Das Muspilli ist neben dem Hildebrandslied die einzige erhaltene umfangreiche althochdeutsche Stabreimdichtung, die Form ist allerdings nicht konsequent durchgehalten, und es finden sich auch Endreime. Die Sprache des Muspilli-Gedichts ist Altbairisch. Das um 870 entstandene Werk ist auf einigen freien Seiten und Seitenrändern einer Handschrift aus dem Besitz Ludwigs des Deutschen aufgezeichnet, Anfang und Ende sind verlorengegangen. Es wurde 1817 entdeckt und erstmals von Johann Andreas Schmeller 1832 veröffentlicht. Die Bedeutung des Wortes muspilli (im Text Dat. Sing. muspille) ist ungeklärt, bevorzugt wird die Vermutung, es bedeute „Weltuntergang durch Feuer“. Das Wort erscheint sonst nur noch im altsächsischen Heliand und in der altnordischen Edda.  (wikipedia)

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