Bremer Stadtmusikanten

Börries Freiherr von Münchhausen

| 1874

Börries Freiherr von Münchhausen wurde am 20. März 1874 in Hildesheim geboren. Zu seinen Vorfahren gehört auch der als „Lügenbaron“ bekannte Karl Friedrich von Münchhausen. Nach dem Besuch einer Klosterschule studierte der junge Freiherr 1895 bis 1901 Rechts- und Staatswissenschaften an verschiedenen deutschen Universitäten mit dem Abschluss als Rechtsreferendar.

Im Ersten Weltkrieg war Münchhausen Offizier; danach arbeitete er im Auswärtigen Amt. Im Mai 1933 (!) wurde er in die Deutsche Akademie der Dichtung berufen. Münchhausen gehörte zu den 88 Schriftstellern, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterschrieben. Er war einer der von der NS-Literaturpolitik am meisten geförderten Autoren und fiel auch nicht in Ungnade, als er sich für einige verfemte (jüdische und nicht-jüdische) Autoren einsetzte. 1944 wurde er auf Geheiß Hitlers in die „Gottbegnadeten-Liste“ der wichtigsten Schriftsteller eingetragen. Am 16. März 1945 beging Münchhausen Selbstmord auf seinem Gut in der Nähe von Altenburg.

Bereits als Schüler verfasste Münchhausen Balladen; während seiner Studentenzeit erschien sein erster Sammelband „Gedichte“ (1898). Mit weiteren Veröffentlichungen um die Jahrhundertwende, u.a. „Die Balladen und ritterlichen Lieder“ und „Das Herz im Harnisch“ wurde er zum Begründer einer Renaissance der Balladendichtung.
Von seinen Gedichten wurden viele vertont. Am bekanntesten ist sicher Jenseits des Tales mit der Melodie von Robert Götz . Weitere bekannte Lieder sind Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm, Am unteren Hafen die Boote.

Georg Nagel, Hamburg

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Börries Freiherr von Münchhausen im Archiv:

Jenseits des Tales standen ihre Zelte

Jenseits des Tales standen ihre Zelte Zum hohen Abendhimmel quoll der Rauch Das war ein Singen in dem ganzen Heere Und ihre Reiterbuben sangen auch Sie putzten klirrend am Geschirr der Pferde Her tänzelte die Marketenderin Und unterm Singen sprach der Knaben einer: ‚Mädchen, du weißt´s, wo ging der König hin? Diesseits des Tales stand […]

Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm

Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm, Der Regen durchrauschte die Straßen. Und durch die Glocken und durch den Sturm, Gellte des Urhorns blasen. Das Büffelhorn, das so lang geruht, Veit Stoßperg nahm´s aus der Lade. Das alte Horn, es brüllte nach Blut Und wimmerte: „Gott genade!“ Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft! Der Bauer stund auf […]

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