Liederlexikon: Molters Peter

| 1970

Peter Gangloff  aus Hambach in Lothringen wurde 1840 geboren und starb 1919. Den im Dorf bekannteren Beinahmen Molter hatte er , wie Udils-Kättel , vom Namen seiner Mutter. Auch er war einer von den guten Alten, der aus seiner Jugendzeit noch manches alte und sehr alte Lied wusste, vor allem „gruseliche Geschichten“ (Balladen). Seines Zeichens war er Schuster und verbrachte sechs Jahre auf dem Handwerk in Metz . Von da brachte er auch etwas französisch mit nach Hause, aber kein französisches Lied. Die deutschsprachigen Gesellen waren dort fast immer beisammen und sangen bei der Arbeit und am Feierabend ihre schönen, alten deutschen Lieder, während die Welschen ihnen gerne lauschten. Seine meisten Lieder hatte er von den „alten Mädle aus der Strohhutfabrik“, einer grossen Flechtstube, die er als Junge oft betrat. Seine ganze Sangesweise trug eine gewisse Frauenart an sich. Er bedauerte nur, dass keines mehr von den „alten Mädle“ lebte; denn denen, sagte er, hätte man Lieder nachschreiben können. Die wussten Hunderte. „Didee´s Buckliges“ war allein schon ein „lebendiges Buch“. Er selbst erinnerte sich leider nicht mehr gut an die vielen Lieder seiner Jugend, und was er noch wusste, war vielfach arg lückenhaft und zersungen. Dessen war er sich auch bewusst und meinte bei dem uralten Liede von der „Flucht nach Ägypten“, dass hier noch ein oder zwei Strophen fehlten, aber die, welche solche Lieder drucken, die konnten sie ja hinzudichten.

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