Liederlexikon: Lersch

| 1970

Der Kesselschmied und Dichter Heinrich Lersch , geboren am 12. September 1889 in Mönchengladbach und gestorben am 18. Juni 1936 in Remagen , lernte von seinem Vater das Handwerk des Kesselschmieds und ging danach auf Wanderschaft , um wie damals üblich in verschiedenen deutschen Städten zu arbeiten. Wie so viele andere zog er 1914 voller Begeisterung in den ersten Weltkrieg und feierte ihn mit der Parole:  „Deutschland soll leben selbst wenn wir sterben müssen
1916 wurde er verwundet,  führte die Kesselschmiede seines Vaters aber noch bis 1924, mußte sich mit Mitte dreißig aber wegen eines Lungenleidens zur Ruhe setzen. Er arbeitete weiter als Schriftsteller, geprägt gleichermaßen von sozialistischen wie katholischen Einflüssen. 1932 .
Zu Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wurde er im März 1933 in die Preußische Akademie der Künste berufen. Im Oktober 1933 gehörte er zu den 88 deutschen Schriftstellern, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten. Die „Nazis“ dankten ihm 1935 mit der Verleihung des Rheinischen Literaturpreis. Zu seinem Ehrenbegräbnis 1936 erschienen 120.000 Trauernde.
Heinrich Lersch hat sicher auch anderes, nicht völkisches, geschrieben: So erhielt er 1916 den bedeutenden Kleist-Preis. Aber schon damals verherrlichte er den Heldentod, später unterstützte er den Nationalsozialismus, schwor „dem Führer“ treue Gefolgschaft, hielt Vorträge vor der Hitlerjugend und anderen Organisationen, während sich die Konzentrationslager mit Gegnern des Regimes füllten oder Menschen totgeschlagen wurden. Seine Parole „Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen!“ findet sich auf zahlreichen Kriegerdenkmälern, auch als Leitspruch des Soldatenfriedhofes in Langemarck , der am 10. Juli 1932 mit großem Pomp eingeweiht wurde.
Das hielt die Stadtväter von Mönchengladbach, Köln, Duisburg, Herten und anderen Städten aber nicht davon ab, Straßen (und in Mönchengladbach sogar eine Schule) nach ihn zu benennen! Was für Staatsbürger gedenkt man in solchen Schulen zu erziehen? In der DDR hatte man sofort nach Kriegsende damit begonnen, seine Bücher „Deutschland muß leben“, „Herz! Aufglühe dein Blut!“  und ähnliches völkische Gedankengut aus den Bibliotheken zu entfernen. Im Westen galt und gilt der Mann als identitätsstiftend.

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