Liederlexikon: Lambertus

| 2020

Der heilige Lambertus lebte als Bischof zu Maastricht und erwarb durch Heidenbekehrung großen Ruhm. Er predigte auch gegen die Sittenlosigkeit der Großen; als er aber gegen die Mutter Karl Martells, die Geliebte des Pipin von Heristall, auftrat, mußte er seine Kühnheit mit dem Leben zahlen (708).

In Münster und Umgegend wird noch jetzt zu seinem Gedächtniß (am 17. Sept.) ein eigenartiges Fest gefeiert, wobei von Sonnenuntergang bis nach Mitternacht Kinder und Erwachsene um Laubpyramiden mit brennenden Lichtern tanzen und „Lambertuslieder“ singen. Das sind aber nicht bloß Zählgeschichten, sondern auch andere lustige Reime, die aber alle auf den Heiligen keine Beziehung haben.“ (Böhme. Liederhort III. Nr. 1743)

„In München wird am Lambertusabend ein Reihentanz um einen erleuchteten Laubkranz aufgeführt. Der Ursprung desselben wurde vergeblich in mehreren Abhandlungen (von Deppe in der Zeitschrift Eos 1810. von einem Hauptmann Fleusberg u. a. m.) zu erklären versucht. Ehedem wurde das Fest mit größerem Glänze gefeiert, die langen Züge der Kapuziner, Observanten, Dominicaner und Minoniten verhalfen der Prozession zu einigem Ansehen. Ein großer Kreis tanzte auf dem Markte um eine stattliche Pyramide und dabei wurden „Lambertuslieder“ gesungen, von welchen hier eins zur Probe folgt. — (Aus Nork (Prof. Korn), Festkalender. Stuttgart 1847. S. 587)