Liederlexikon: Lärche

| 1908

Der deutsche Name ist eine uralte Entlehnung aus dem lat. larix (Lerche). Der Baum stand beim Gebirgsvolk in hohen Ehren, in der Volksmedizin liefert er Mittel gegen fressende Schäden, Schwindsucht, sein Harz reinigt den Leib, verschönt die Haut.

Die Lärche gilt als Kinderbaum, so in Tirol und in Bayern. 1855 wurde die uralte heilige Lärche auf einer Wiese bei Nauders (Tirol), zuletzt nur noch ein Stumpf, abgehauen. Dieser Baum war einer der seltenen Überreste dee untergegangenen heidnischen Baumkultus. Das Volk hatte heilige Scheu vor ihm, es sagte, daß aus ihm die Kinder, besonders die Knaben geholt wären; ferner, daß der Baum blute, wenn man darein hacke, der Hieb gehe in den Leib des Baumes wie des Frevlers. An dem Baum zeigte man auch verschiedene Blutspuren. Manche Sagen wissen von dieser heiligen Lärche zu berichten. —

Der Baum stand wohl mit dem Kult einer weiblichen Gottheit In Verbindung. Im Gnadenwalde (Tirol) steht eine Kapelle „Maria Lärch“, hier wuchs eine uralte Lärche, die durch Zauber die Vorübergehenden festhielt, die Jungfrau Maria saß in ihrer Krone. —

in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908)

"Lärche"