Bremer Stadtmusikanten

Heil dir Columbus sei gepriesen

Heil dir, Columbus, sei gepriesen
Sei hoch geehrt in Ewigkeit!
Du hast mir einen Weg gewiesen
Der mich von harter Dienstbarkeit
Errettet hat, wenn man es wagt
Und seinem Vaterland entsagt

Hier ist der Mensch an nichts gebunden
Was er erwirbt, gehört auch sein
Die Steuern sind noch nicht erfunden
Die unser Leben machen zur Pein
Wer redlich schafft der hat sein Brot
Er leid´t kein Mangel und kein Not

Befreit bin ich von der Beschwerde
Die in Europa euch bedrückt
Und täglich tut es besser werden
Wohin auch nur das Auge blickt
Amerika bietet Freundlichkeit
Dem Armen an und Seligkeit

Hier in Amerikas freiem Lande
Da habens wir kein Adelsstand
Da ist der Mensch von jedem Stande
Als Mensch auch wahrhaft anerkannt
Hier gilt der Graf und der Baron
Nicht mehr als wie der Bauernsohn

Wir haben hier auch zum Exempel
In dem gelobten Lande hier
Auch das Geringste nicht vom Stempel
Auf jeden Bogen Schreibpapier
Wir haben keine Steuern hier
Auf Wein und Branntenwein und Bier

Ach Bruder, kannst du´s nur bezwecken
Reicht dein Vermögen nur soweit
So lass dich doch die Reis nicht schrecken
Und mach zur Abfahrt dich bereit
Hier wirst du von der Steuerpein
Auf ewig wohl befreiet sein

Bedenke nur, wie ihr tut leben
Bedenke nur das teure Holz
Auch Steuern müsst ihr so viel geben
Das Salz trägt einen großen Zoll
Für jede Scholle müsst ihr zinsbar sein
Ist das dem Bauern nicht die Höllenpein?

Bedenk nur, wie der Reiche lebet
In seinem großen Überfluss
Und wie er sich damit erhebet
Weil ihm der Arme zinsen muss
Legt er die Hand ihm untern Fuß
Der Arme ihm doch zahlen muss

Nun will ich dieses Lied beschließen
Will Deutschland sagen gute Nacht
Und sollt es jemand besser wissen
so steht´s in seiner eigenen Macht
ich aber denk, ´s ist gut gedacht
Drum sag ich Deutschland gute Nacht!

Text: Eigentlich 59 (!) Strophen: Vermutlich von dem aus Ostercappeln bei Osnabrück stammenden Drechslergesellen und „Zahnauszieher“ Franz Lahmeier geschrieben. „auch „Heil dir Kolumbus sei gepriesen“
Musik: Auf die Melodie von „Jüngling, willst du dich verbinden“.

Eine Fundstelle im LWL Landesmuseum Münster nennt einen „Drechslergesellen Perkin“ als Verfasser, der um 1830 ebenfalls aus Osterkappeln nach Baltimore in die USA auswanderte. Eine andere Quelle nennt den politischen Emigranten und Buchdrucker Franz Joseph Stallo aus Damme am Dümmersee (Jürgen Kessel: Der Dammer Auswanderer Franz Joseph Stallo und sein „Lied aus Amerika“, in: Osnabrücker Mitteilungen 107 (202), S. 155 –180. Danach soll der Liedtext am 22. Januar 1831 in Smyrna bei Philadelphia geschrieben und anschließend an Stallo (nach Damme) geschickt worden sein, der mit Familie am 26./27.April 1831 von Bremerhaven in die USA auswanderte. (Quelle)

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Liederthema: Auswandererlieder
Liederzeit: (1830)
Schlagwort: |
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