Es wühlten drei Geologen (Der Urstudent)

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Es wühlten drei Geologen
einmal à la Schliemann umher.
Die Formationen sie wurden durchschnüffelt
die Kreuz und in die Quer.
Sie fanden in Jura und Trias
manch vorsintflutliches Vieh
von hochinteressanter Statura
und Schädelphysiognomie

Da haben sie eines Tages
tief unten in Kreide versteckt,
ein schlankes fossiles Gerippe
vom genus homo entdeckt.
Sie weinten vor Freude und Wehmut
dort an dem verbleichten Gebein
um ihren fossilen Bruder
eine Thrän‘ in die Kreide hinein

Dann gruben sie weiter und weiter
in seinem verkreideten Bett
und fanden nicht fern davon liegen
ein prächtiges Katerskelett;
dann Scherben von einem Humpen
und Münzen aus fremden Land,
in denen die Numismatik
sofort „Biermarken“ erkannt

Da war es in ihren Schädeln
auf einmal sonnenhell;
sie hatten den ersten Studenten
als Petrafaktum zur Stell‘.
Der Ahne, der Urstudiosus
lag vor ihnen wunderbar!
Wie der in die Kreide geraten
das wurde sofort ihnen klar.

Text: Gustav Looser um 1888
Musik: „Ich weiss nicht, was soll es bedeuten
“ Allgemeines Deutsches Kommersbuch

 

 

Liederthema:
Liederzeit: vor 1888 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

„Ich weiß nicht was soll es bedeuten“ ist ein Lied nach einem Gedicht von Heinrich Heine, dass er 1823 über die Sage von der Lorelei schrieb. Es wurde allein im 19. Jahrhundert vielfach vertont und gelangte insbesondere in der Vertonung von Friedrich Silcher (1838) zu großer Popularität. Zahlreiche Nachdichtungen und Parodien existieren.

Von der Lorelei gibt es bereits eine Fassung von Eichendorff von 1812 und eine Fassung von Brentano von 1799, also etwa 25 Jahre älter als der Text von Heine. „Zu Bacharach am Rheine