Und wär der Winter noch so kalt (1558)

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Und war der Winter noch so kalt
Von Schnee und rauhem Winde
So bhalten doch ihr schön Gestalt
Die Blümlein die ich finde
Noch frisch und gut den Wohlgemuth
Das edelst Jungfräulein
Pflegt guten Fleiß in bester Weis
Mein liebes Zuckermäulein

Ach holder Buhl, vergiß mein nit!
Je länger je lieber warte!
Der schönen Röslein dann damit
Ziert man die Kränzlein zarte
Darum man singt, hofiert und springt
Und hat das heimlich Leiden
Die Blümlein all halten zumal
Mein Herz in hohen Freuden

„Gedenken-Blümlein“ Hab in Acht
Auf daß dir im Aprillen
Mein „Augentrost‘ bleib grün und gschlacht
Thu allen Unmut stillen!
So Hab mich lieb in steter Üb
Bis kummt des Maien Blut
Dess wolln wir sein beim kühlen Wein
Fröhlich und wohlgemut!

Text und Musik: Gregor Petschin
In Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 397 „Blumensprache“, „Als Komponist über der Melodie ist Gregor Petschin angegeben. Sie ist wertlos.“, in: Ochsenkhun, Lautentabulatur 1558. Nr. 80.)

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