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Beschattet von der Pappelweide (Am Bach)

Beschattet von der Pappelweide, Am grünbeschilften Sumpf Saß Hedewig im roten Kleide Und strickt’ an einem Strumpf Sie strickt und sang mit süßem Ton Ein Lied — ich weiß nicht mehr, wovon Da ging ich an den Bach zu fischen Mit meiner Angel hin Und hörte hinter Erlenbüschen Die schöne Nachbarin. Ich ließ die Angel an dem Bach Und ging

Boie

Der Pfarrerssohn Heinrich Christian Boie wurde am 19. Juli 1744 Meldorf geboren, studierte Jura in Jena, ab 1769 in Göttingen. Dort gründete er 1770 zusammen mit Friedrich Wilhelm Gotter die literarische Zeitschrift ” Göttinger Musenalmanach “. Am 12. September 1772 gründeten Johann Heinrich Voß, Johann Martin Miller, dessen Vetter Gottlieb Dieterich Miller, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Friedrich Hahn und Johann Thomas

Bunt sind schon die Wälder

Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind. Wie die volle Traube an dem Rebenlaube purpurfarbig strahlt ! Am Geländer reifen Pfirsiche mit Streifen rot und weiß bemalt. Dort im grünen Baume hängt die blaue Pflaume am gebognen Ast gelbe Birnen winken daß die Zweige sinken

Das Mägdlein braun von Aug und Haar (Der Freier)

Das Mägdlein braun von Aug’ und Haar Kam übers Feld gegangen Die Abendröthe schien so klar Und Nachtigallen sangen Ich sah und hörte sie allein Dalden daldera, das Mägdelein Soll mein Herzliebchen seyn Ein Röckchen trug sie, dünn und kurz Und leicht geschnürt ihr Mieder Es weht’ ihr Haar, es weht ihr Schurz Im Weste hin und wieder Die Strümpfe

Der Holdseligen sonder Wank

Der Holdseligen sonder Wank sing ich fröhlichen Minnesang, denn die Reine, die ich meine winkt mir lieblichen Habe dank Gleich der sonnigen Veilchenau glänzt der Wonnigen Augenblau. Frisch und ründchen blüht ihr Mündchen gleich der knospenden Ros im Tau. Ach, bin inniglich minnewund ! gar zu minniglich dankt ihr Mund ! lacht so grüsslich, lockt so küsslich, dass mir’s bebt

Des Jahres letzte Stunde (Neujahrslied)

Des Jahres letzte Stunde ertönt mit ernstem Schlag trinkt, Brüder, in die Runde und wünscht ihm Segen nach! zu jenen grauen Jahren entfliegt es, welche waren es brachte Freud´ und Kummer viel und führt´ uns näher an das Ziel In stetem Wechsel kreiset die flügelschnelle Zeit: sie blühet, altert, greiset und wird Vergessenheit. Kaum stammeln dunkle Schriften auf ihren morschen

Doavidken sien Voater (David und Goliath)

Doavidken sien Voater dat was en schmuck Mann he säd to em Du mußt hingoahn in´t Loager to de Bröder dien un sehn of se noch läwich sien un nemm en met en Stuck Käs un Brot dat se sick stüren de Hungersnoth Hotte tu le hotte tu le hotte tule tu hotte tule hotte tule hotte tu le tu Ninge nange

Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume so hold, so schön und rein Ich schau dich an und Wehmut schleicht mir ins Herz hinein Mir ist, als ob ich die Hände auf´s Haupt dir legen sollt Betend, daß Gott dich erhalte so rein, so schön, so hold Text: Heinrich Heine () Musik: vertont von Barry , Bechtel , Brauer , Commer ,

Ein Jüngling hatte einen Schatz

Ein Jüngling hatte einen Schatz den sich sein Herz erkor. Er wohnte am Louisenplatz und sie am Hall´schen Tor Sie trafen sich, von Lieb entbrannt einst in nem Omnibus Drei Tage drauf in Moabit Da kam´s zum ersten Kuß Allein die Sache stand sehr schief denn bei der letzten Wahl Ihr Vater wählte konservativ der seine liberal Bis endlich faßt

Ferne dir o ferne (Trennung)

Ferne dir o fernewank ich wie im TraumSonne Mond und Sterneleuchten mir noch kaumLustgefild´erblassenöd in Wüstenei´nTot, als so verschlafenmöcht´ich lieber sein Rauscht es wo im Baumesäuselt wo das Rohrfahrend aus dem Traumehorchet dir mein OhrSeh ich regen Flimmerdurch den Schatten wehndich in deinem Schimmerwähn´ich dann zu sehn Dich beschwert mein Sehnendich der Seele QualTrockne meine Tränenkehr in dieses TalSüß wie