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An der Gränz vo Sachsn (De Draakschänk)

An der Gränz vo Sachsn,wu de Schwarzbeer wachsn,…………………………………….wus nem nach Hansjörnstadt gieht;dorte stieht a Wirtshaus,guckt dorch Busch ond Bahm raus,obn hängt a Taft dra,da zeigta jedem a: Dus ist de Draakschänk,ist wat und brat bekannt,weit drim im Sachsnwie im Böhmerland,ond gieht man do vorbei,so ziehts an jeden nei,war in dr Draakschänk ruht,da ruht r gut !” in: ” Der Textilarbeiter

Bundeslied der christlichen Arbeiter

Ihr Herren, gebt die Arbeit frei die ihr gemacht zu Knechte vernehmt der unterdrückten Schrei nach ihrem heil´gen Rechte Gott selbst im Himmel hat gewollt daß frei die Arbeit werde hat seines Sohnes Blut gezollt als Preis der neuen Erde Seit Christus unsere Arbeit hob aus ihrem niederen Stande trägt seine Lehre laut ihr Lob durch alle fernen Lande Seit

Das Bandelmachen (Bandwebern)

Ims Schniernmachen worsch ne wichtel weitache das brochte bald ei jeder Schuster schunn doch heut, ihr gudn Leut, is eine Blache und do drbei sein keine Wunder mitzu luhn 2-3-4 Stühle möchte itz besorche röm springen drbei, wie net gescheit und immer off dann Stuhlgang horchn Na’s Webern hout mich ofte schunn gereut. Itz eimal ei en Montche früh dou

Das ist die Zeit der schweren Not

Das ist die Zeit der schweren Not! – bar des Erwerbs und ohne Brot läßt man den Armen ganz allein, nur überlassen seiner Pein. Du, der dich wiegt Fortunas Schoß was kümmert dich sein herbes Los. Du wohnst in deinem stolzen Haus und gehst in schmucken Kleidern aus Hast jeden Tag dein sattes Brot du kennst sie nicht die graue

Das Maulbeerblatt die Raupe spinnt

Das Maulbeerblatt, die Raupe spinnt. Nun der Markt. Der Handel beginnt. Die gelben Kokons. Die Spinnerei. Farbe drauf. Und Weberei. Tausend Mädchen weben Seide Bunte weiche Damenseide Hundert Damen tragen Kleider feine seidene Herrschaftskleider Farbikherr und Händler werden sehr dick die armen Weberinnen nicht. Text: Max Dortu in: ” Der Textilarbeiter “, Nummer 39, 9/1927

Das Weberschifflein

Husch ist es hier – husch ist es dortkaum greift´s das Auge, schon ist es fortEin Mäuslein eilt so, mit zitterndem Laufschon ist es verschwunden, ein Loch nahm es aufDas Glück oft huscht so mit flüchtiger Hastverschwindet im Locheeh`du es erfaßt Text: Georg Rick in: ” Textilarbeiterzeitung “, 14.3.1928

Der alte Gewerkschafter Xaver – Anekdote

Der alte Gewerkschafter Xaver zu seinem unorganisierten Nebenarbeiter Fritz. “Du Fritz, willst du nicht auch in den Verband eintreten? Du hast doch in der Zeitung gelesen, wie es in unserer Textilindustrie jetzt Kämpfe absetzt. Es wird immer Ärger. Mach doch auch mit!” “Das ist schon recht,” sagt der Fritz darauf,” aber am letzten Zahltag habe ich zu wenig verdient. Ich

Der bleiche Weber – Der Leineweber

Der bleiche Weber sitzt am Stuhl er wirft mit matter Hand die Spul – knick knack! – Er hebt den müden Fuß zum Treten: – “Herr Gott ! Jetzt kann ich nimmer beten – knick knack! – Du Linnentuch, du Linnentuch ! ein jeder Faden sei ein Fluch! Es webt und webt sein morscher Leib, am Boden liegt sein sterbend

Der Invalid (1920)

Auf den Stock gestützt, den Rücken gebeugtMühsamen Schrittes er vorwärts keuchtVerzweifelt denkt er an den Rest seiner Tagedenn schier unerträglich ist seine LageLeere Versprechen und nacktes Erbarmenbringen nicht rettende Hilfe dem Armenwo winkt ein Lebensabend ihm heiterwenn Mangel und Sorge sind seine Begleiter Steigende Teuerung auf Kohlen und Brotverschärft ihm fast stündlich noch seine NotBleibt dieser Zustand noch länger bestehnmuß

Der kommende Tag 1920

Ob wir auch tief im Elend gehenwir sind´s doch, die das Feld besäenWir sind´s doch, deren Muskelkraftdie goldene Last zu Graben rafftund übervolle Scheuern schafftUnd blüht uns auch kein Glück, kein Sternund wird uns auch vom Tisch der Herrnfür unsere Mühen, unsere Fronnur karger Dank, nur karger LohnGemach, Gemach: Es kommt ein Tagda wird die Sonne leuchtend schönauch über unseren