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Birke

Unseren germanischen Vorfahren galt bereits in grauer Urzeit die Birke ganz besonders als der Baum des Segens, Lebens,Wachsens, welcher Fruchtbarkeit und (in späteren Zeiten) auch Schönheit verlieh. Der Grund war wohl das frühzeitige Schwellen und Knospen, das überraschend schnelle Sichbegrünen, auch das geschmeidige, lebendige sich Hin und Herbewegen seiner Äste,Vor allem die leuchtende, lichtvolle Weiße seiner Rinde. Die Anschauung von

Die Schneegans zieht (Vergiß mein nicht)

Die Schneegans zieht, der Sommer geht das Lieben ist vorbei, leb wohl, mein Schatz, vergiss mich nicht ich bleib dir ewig treu; Vergiß mein nicht, du Blümlein blau Blümlein blau im Morgentau! Vergiß mein nicht, du Blümlein blau du schönstes auf der Au. Es rauscht der Wind im Birkenlaub rauscht lauter Traurigkeit, leb wohl, mein Schatz, die Stunde schlägt schlägt

Die Waldbäume (Einleitung)

Die Waldbäume, diese großen, uralt einheimischen PIlanzen, müssen an erster Stelle betrachtet werden. Mit ihnen lebte das deutsche Volk von alters her innigst zusammen. Sie werden uns über die Erotik, die unser Volk in grauer Vorzeit um die Pflanzenwelt spann, die ersten Aufschlüsse gewähren. Wir sahen aus den Vorbemerkungen, die Vorstellung in jenen primitiven Entwicklungszuständen war: Mensch und Pflanze sind

Esche

Esche und Erle waren nach altgermanischer Mythologie die Eltern der ersten Menschen (ask = der Mensch) gewesen. Erst eine spätere Umänderung war es, daß drei gütige Götter den zwei vom Meer ans Land getriebenen Stämmen der Esche und Erle Geist, Sprache, Blut und Farbe einflößten. Ursprünglich galt wohl der männliche Baumgeist der Esche — Männer wurden mit Eschen, Frauen mit

Fichte

Die Fichte war der hauptsächliche Kultbaum der Süddeutschen (Alemannen und Bajuvaren). Wie die Fichte hier die Laubhölzer früherer Jahrhunderte in den Bergen und Wäldern verdrängt hat, so hat sie auch in den Volksfesten und Volksanschauungen die Buche, Birke und andere Laubbäume vertrieben. Als Dorfmaibaum wie als Pfingstmaie tritt die Fichtentanne ein. Auch auf den First des neugebauten Hauses wird eine

Linde

Die Linde wird wie die Buche in der germanischen Volkserotik eine höhere Stellung eingenommen haben, als es jetzt ersichtlich ist. Wie die Buche bezog sie sich wohl auf eine weibliche (gebärende) Gottheit, vielleicht auf Freya (Holda). — Als befruchtender Vegetationsdämon, als Maibaum, mag sie im frühen Mittelalter eine größere Rolle gespielt haben. Denn man kann mit Mannhardt (Baumkultus S. 188)

Maibaum

Wir wenden uns zu dem andern uralten erotischen Brauch, zu dem Einholen des Maibaumes. Er wird bereits in Urkunden des XIII. Jhdts. als alt und traditionell bezeichnet. An bestimmten Tagen, am ersten Mai (Walpurgistag) oder zu Himmelfahrt, auch zu Pfingsten, besonders zu Johanni wurde ein festlich geschmückter, oft mit menschlichen Kleidern behangener Maibaum (Birke, Fichte oder Tanne, auch Eiche) unter

Pappel

Die Pappel ist erst während der althochdeutschen Zeit aus Italien eingeführt worden. Ihr deutscher Name ist aus dem lateinischen entstanden. Sie nimmt in unserer Volkserotik keinen besonderen Platz ein. Als Dorfmaibaum ist sie eher in Frankreich und Südösterreich bei den Slowenen in Gebrauch gewesen, auch in Württemberg. Im Altertum galt sie als ein Baum der Trauer und der Unterwelt. Daher

Vorwort (Pflanzenerotik)

Der Geschlechtstrieb ist der gewaltigste und vorzüglichste aller Triebe der Natur und der Menschenwelt. Er durchflutet das All der Natur wie das All der Menschheit heute wie ehemals. Freilich offenbarte er sich in der Menschenwelt in grauen Vorzeiten drastischer, deutlicher, nackter und — phantasievoller, heute dagegen „verfeinerter”, verhüllter, doch seine Stärke ist ungebrochen. Er offenbarte sich phantasievoller. Das, was zu

Was braucht man: Maibaum aufm Bauerndorf

A Maibam, der weit aussiglangt An Nachtwachta, der Spitzbuam fangt ( in Gesellenfreud , 1913 ) Strophe zu Was braucht man auf dem Bauerndorf