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Esche

Esche und Erle waren nach altgermanischer Mythologie die Eltern der ersten Menschen (ask = der Mensch) gewesen. Erst eine spätere Umänderung war es, daß drei gütige Götter den zwei vom Meer ans Land getriebenen Stämmen der Esche und Erle Geist, Sprache, Blut und Farbe einflößten. Ursprünglich galt wohl der männliche Baumgeist der Esche — Männer wurden mit Eschen, Frauen mit

Hoch will ich den König preisen (Stralauer Fischzug 1806)

Hoch will ich den König preisen Der bei seines Volkes Rufen Steigt herab des Thrones Stufen Frohen freundlich sich will zeigen Wie die Sonn´ aus Wolken bricht Jedem strahlt und wärmt ihr Licht. Ja der König ist der unser Den wir in der Freude denken Der im Schrecken uns will lenken Wenn wir beten „Vater unser“ Heut noch sagt, es

Hollunder

Der Hollunder, einer der wenigen einheimischen Bäume, die eßbare Früchte trugen, hat uralte Kultbeziehungen. Er war der Holla oder Freya, der kinderspendenden Göttin, heilig. So wird er in Verbindung mit der Geburt wie auch mit dem Tod, mit der Unterwelt gebracht. Nur vereinzelt liefert der Holder die Lebensgerte, Vielleicht in jenem Brauche Westfalens: am Lichtmeßtage tanzen die Weiber im Freien

Lebensrute

Die erste ursprüngliche Gestaltung des Brauchs mit der Lebensrute zu schlagen ist diese: Frauen und weibliches Hausvieh (vor allem Kühe und Stuten) wurden zu bestimmten Jahreszeiten mit einer grünen Rute oder Gerte (Lebensrute) gewisser Bäume geschlagen oder gepeitscht, um fruchtbar zu werden. Was sah der Naturmensch in diesem Symbol? Für ihn war die Gerte, die Lebensrute das Zeugungsglied des Baumdämons,

Maibaum

Wir wenden uns zu dem andern uralten erotischen Brauch, zu dem Einholen des Maibaumes. Er wird bereits in Urkunden des XIII. Jhdts. als alt und traditionell bezeichnet. An bestimmten Tagen, am ersten Mai (Walpurgistag) oder zu Himmelfahrt, auch zu Pfingsten, besonders zu Johanni wurde ein festlich geschmückter, oft mit menschlichen Kleidern behangener Maibaum (Birke, Fichte oder Tanne, auch Eiche) unter

Ringeli Ringeli Reihe

d ´Chind sind alli Chraije Ringeli Ringeli Reihed ´Chind sind alli Chraije (Krähen)d´Chind sind alle Holderstöck und machet alli Bode-Bodehöck   bei Rochholz , 183 . in: Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1895)Bei Rochholz findet sich dazu der Vermerk: „Hexen verwandeln kleine Kinder in Krähen , die dann auf Hollunderbäumen nisten müssen . “ Dadurch wird dieser , andernwärts mehr entstellte