Nicolai (Emil Nicolai)


Ein Menschenhauf ein Schutzmann und ein Karren (Strassenbild)

Ein Menschenhauf – ein Schutzmann – und ein Karren und auf dem Karren ein betrunk’nes Weib Notdürft’ge Kleidung deckt den magern Leib – die Nase spitz, wie eines Giebels Sparren Die Menge gafft, – und tut der Dinge harr’n, die sich entwickeln ihr zum Zeitvertreib. Und mancher Schimpf trifft das betrunk’ne Weib des Augen glasig in die Leere starren Sie

Gedichte | Lieder von Arm und Reich | Liederzeit: | 1910


Wie ist doch der Kunde frei

Wie ist doch der Kunde frei Auf der Walze Leben, Tat es immer nur genug Trocknen Oskar geben. Denn die Kaffern stecken schlecht; Hetzapostel schrieben: Bummler, Strolch — der Kunde muß Kohlendampf jetzt schieben. Unnütz, schreit Ihr, wären wir? Reizt nicht eure Leber! Sind wir nicht – bedenkt es wohl! Vieler Arbeitgeber Denn wir nähren allesamt- der Kultur zu dienen

Vagabundenlieder | Liederzeit: | | 1900