Liederlexikon: Seidl

| 1804

Johann Gabriel Seidl, geboren am 21. Juni 1804 in Wien , wo er auch am 18. Juli 1875 starb, war unter anderem der Textdichter der österreichischen Kaiserhymne „Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land!“. Der Sohn eines Advokaten studierte Jura und wurde anschliessend Gymnasialprofessor, nach 1840 dann Kustos am Münz- und Antikenkabinett in Wien. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichte und Erzählungen, die z. B. von Franz Schubert und Carl Loewe vertont wurden.


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"Seidl" im Archiv:

Gar hoch auf jenem Berge

Gar hoch auf jenem Berge
da steht ein Rautensträuchelein
gewunden aus der Erden

Und da entschlief ich drunter
mir traumbt ein wunderlicher Traum
wohl zu derselben Stunde

Es traumbt mir also süße
wie daß ein wunderschöne Maid
wohl stund bei meinen Füßen

Und da ich nun erwachet
da stund ein altes graues Weib
vor meinem Bett und lachet

So wollt [...]

Auf fremder ferner Aue da liegt ein toter Soldat

Auf fremder ferner Aue
da liegt ein toter Soldat
ein ungezählter Vergeßner
wie brav er gekämpft auch hat

Es reiten viel Generäle
mit Kreuzchen an ihm vorbei
denkt keiner, daß, der da liegt
auch wert eines Kreuzleins sei

Es ist um manchen Gefall´nen
viel Frag´ und Jammer dort
doch für den armen Soldaten
da gibt´s nicht Tränen [...]

Es streuet Blüten jedes Jahr (Einmalige Liebe)

Es streuet Blüten jedes Jahr
der Lenz auf allen Wegen,
bringt Rosen dir zur Gabe dar
und holder Liebe Segen.
Da lass die Sorgen all´ vorbei
und schütze die zarten Triebe –
nur einmal blüht im Jahr der Mai
nur einmal im Leben die Liebe

Bald ist der süsse Duft verhaucht
die roten Rosen sterben,
du [...]


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