Liederlexikon: Schwarze Johannisbeere

| 1908

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Die bekannte gelbblühende Johannisbeere, ein Zierstrauch in unseren Gärten, der die schwarzen Beeren trägt, hat einen durchaus erotisch erregenden Geruch. Alle Teile: Blätter, Blüten, Beeren haben ihn. Das Volk nennt ihn auch „Wanzenbeere”; wie beim „Wanzenkraut” (Storchschnabel) wird das Wanzenähnliche des Geruchs schon im Namen betont. — Sein Geruch hat ebenfalls eine Ähnlichkeit mit dem Bocksgeruch, worauf andere Namen hinweisen: „Bocksbeerbusch”, Bocksbeerstrauch”. Er heißt aber auch „Jungfernbaum”, „Jungfernstrauch”. Vielleicht könnte der Name auf den erotisch erregenden Geruch des Strauches hindeuten, vielleicht auch auf seine medizinischen Eigenschaften: die Beeren befördern die Verdauung, werden wie die Blätter als Harn- und Schweißtreibemittel, überhaupt als Blutreinigungsmittel vom Volke verwendet. —Daß der Bocksgeruch sexuell erregt, erkannte schon Haller.

in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908)


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Kastanie

Die Kastanie kam vermutlich mit den übrigen Fruchtbäumen (Apfel, Birnen) in den Zeiten nach den Völkerwanderungen in unser Vaterland. Sie war in Griechenland ursprünglich einheimisch, erinnerte in ihrer Pracht und Schönheit an die Eiche, mit der sie denselben Namen Karya teilte. Die Frucht besserer Sorten galt im Mittelalter als Aphrodisiacum. Mattioli berichtet (73 D): Gebratene Kastanien mit Pfeffer und Salz