Liederlexikon: Reutter

| 1970

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Hermann Reutter wurde am 17. Juni 1900 in Stuttgart geboren. 1920 zog er nach München. Nach dreijährigem Gesangsunterricht bei Emma Rückbeil-Hiller (Stuttgart) und Karl Erler (München) studierte er bis 1925 an der Münchner Akademie der Tonkunst Komposition bei Walter Courvoisier und Klavier bei Franz Dorfmüller sowie Orgel bei Ludwig Mayer.


Er nahm seit 1923 an den Musikfesten in Donaueschingen teil und knüpfte enge Kontakte zum Donaueschinger Kreis, insbesondere zu Paul Hindemith. Seit 1926 war er fast alljährlich mit Uraufführungen seiner Werke bei den Tonkünstlerfesten des Allgemeinen Deutschen Musikvereins vertreten. 1929 begann er eine rege Konzerttätigkeit als Pianist und Liedbegleiter, die ihn mit allen wichtigen Dirigenten und Interpreten seiner AZeit zusammenführte.


1932 wurde Reutter als Nachfolger von Ewald Strässer zum 1. Kompositionslehrer an die Musikhochschule in Stuttgart berufen. Vier Jahre später folgte die Ernennung zum Direktor des Hoch’schen Konservatoriums in Frankfurt a.M. 1945 endete diese Tätigkeit. Reutter kehrte 1950 nach Stuttgart zurück und nahm seine Konzerttätigkeit wieder auf. 1952 wurde er zum Professor für Komposition und Liedinterpretation an die Musikhochschule Stuttgart berufen. Drei Jahre später beriefen ihn die Akademie der Künste Berlin und die Bayerische Akademie der schönen Künste München zum Mitglied. 1956 wurde er Juror, später Jurorenvorsitzender im Fach Gesang des ARD
Wettbewerbs.


Von 1956 bis 1966 war er als Nachfolger von Hermann Erpf Direktor der Stuttgarter Musikhochschule. Seit 1960 hielt er sich regelmäßig in den USA auf, um an verschiedenen Hochschulen Interpretationskurse zu geben. Von 1966 bis 1974 leitete er die Meisterklasse für Liedgesang an der Münchner Musikhochschule. 1968 gründete er die Hugo-Wolf-Gesellschaft Stuttgart, deren Präsident er bis zu seinem Tode war.


Von den zahlreichen Preisen und Ehrungen für sein kompositorisches und pädagogisches Schaffen seien stellvertretend genannt: Ludwig-Spohr-Preis der Stadt Braunschweig 1953, Großes Bundesverdienstkreuz 1959, Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern 1975, Ehrendoktorwürde des Music and Arts Institute San Francisco und Hugo-Wolf-Medaille der Internationalen Hugo-Wolf-Gesellschaft Wien 1976.


Hermann Reutter starb am 1. Januar 1985 in Heidenheim.


Quelle: www.schott-musik.de


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