Liederlexikon: Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein

| 1813

„Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein“ von Friedrich Rückert.  Rückerts didaktische Märchen in Reimen waren jahrzehntelang fester Bestandteil deutscher Lesebücher. Er hat sie 1813 für seine dreijährige Schwester Marie „in einer einzigen Nacht ausgeheckt“.


mp3 anhören CD buch



Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein im Archiv:

Vom Büblein das überall mitgenommen hat sein wollen

Denk an, das Büblein ist einmal spazieren gangen im Wiesental da wurd’s müd gar sehr und sagt, ich kann nicht mehr wenn nur was käme und mich mitnähme Da ist das Bächlein geflossen kommen und hat’s Büblein mitgenommen das Büblein hat sich auf’s Bächlein gesetzt und hat gesagt: So gefällt mir’s jetzt. Aber was meinst du das Bächlein war kalt

Vom Bäumlein das andere Blätter hat gewollt

Es ist ein Bäumlein gestanden im Wald in gutem und schlechtem Wetter Das hat von unten bis oben nur Nadeln gehabt statt Blätter Die Nadeln, die haben gestochen das Bäumlein, das hat gesprochen „Alle meine Kameraden haben schöne Blätter an und ich habe nur Nadeln niemand rührt mich an Dürft ich wünschen, wie ich wollt wünscht ich mir Blätter von

Vom Bäumlein das spazieren ging

Das Bäumlein stand im Wald In gutem Aufenthalt Da standen Busch und Strauch Und andre Bäumlein auch Die standen dicht und enge Es war ein recht‘ s Gedränge Das Bäumlein mußt sich bücken Und sich zusammen drücken Da hat das Bäumlein gedacht Und mit sich ausgemacht Hier mag ich nicht mehr stehn Ich will wo anders gehn Und mir ein

Mehr zu Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein