Nicolai von A - Z ..

Komm, Trost der Nacht, o Nachtigall Laß deine Stimm' mit Freudenschall aufs lieblichste erklingen Komm, komm und lob den Schöpfer dein weil andre Vögel schlafen fein und nicht mehr mögen singen Laß dein Stimmlein laut erschallen denn vor allen kannst du loben Gott im Himmel, hoch da droben Obschon ist hin der Sonnenschein und wir im Finstern müssen sein so können wir doch singen von Gottes Güt und seiner Macht weil uns kann hindern keine Macht sein Loben zu vollbringen Drum dein Stimmlein lass erschallen denn vor allen kannst du loben Gott im Himmel, hoch dort oben Echo, der wilde Widerhall will sein bei dir Freudenschall Und läßt sich auch hören Verweist uns alle Müdigkeit, der wir ergeben allezeit, lehret uns den Schlaf betören. Drum dein Stimmlein laß erschallen, denn vor allen kannst du loben Gott im Himmel, hoch dort oben. Die Sterne, so am Himmel stehn, sich lassen Gott zum Lobe sehn. und Ehre ihm beweisen: die Eul' auch, die nicht singen kann, zeigt doch mit ihrem Heulen an, daß sie auch Gott tut preisen. Drum dein Stimmlein laß erschallen, denn vor allen kannst du loben Gott im Himmel, hoch dort oben. Nur her, mein liebes Vögelein, wir wollen nicht die faulsten sein und schlafen liegen bleiben, vielmehr bis daß die Morgenröt erfreuet diese Wälderöd, in Gottes Lob vertreiben: Lass dein Stimmlein laut erschallen, denn vor allen kannst du loben Gott im Himmel, hoch dort oben. Text: Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen (1668), Lied des Einsiedlers aus "Der abenteuerliche Simplicissimus" Musik: auf eine Chormelodie von Philip Nicolai von 1599

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Komm, Trost der Nacht, o Nachtigall
Laß deine Stimm‘ mit Freudenschall
aufs lieblichste erklingen
Komm, komm und lob den Schöpfer dein
weil andre Vögel schlafen [...] ...

Abendlieder | Geistliche Lieder | | 1668