Bremer Stadtmusikanten

Ihr könnt das Wort verbieten

Ihr könnt das Wort verbieten
ihr tötet nicht den Geist
Der über Eurer Lüge
ein kühner Adler, kreist
Ihr könnt das Wort verbieten
doch rollen wird sein Schall
Hin über Eure Häupter
in dumpfem Widerhall

So lange wird es rufen
zur Tat die schlaffe Zeit,
Wie nach der trägen Mutter
das Kind verlangend schreit,
Bis auf den höchsten Höhen
bis in dem tiefsten Schacht
Der Mensch zum letzten Kampfe
sich aufrafft und erwacht.

Hei, wie die Steine fallen
von Eurer festen Burg!
Durch die gestürzten Mauern
glänzt schon das Frühlicht durch!
Und wenn auch mancher sterbend
an Eurer Lüge sinkt,
Sich auf den leeren Posten
ein neuer Kämpfer schwingt!

Ihr mögt sein Wort verbieten!
Ich sehe seinen Geist,
Wie er, ein kühner Adler
ob Eurer Schande kreist! –
Dann steigt auf toten Trümmern
die neue Zeit empor,
Und allen leiht sie freundlich
ihr immer offnes Ohr!

Dann werden die Tage kommen
wo nicht mehr fort und fort
Das Wort der bangen Sehnsucht
auf durstigen Lippen dorrt;
Wo keiner Frevel nennen
die kühne Wahrheit darf,
Wenn sie den Fluch der Lüge
beleuchtet grell und scharf!

Dann sind wir endlich Sieger!
Und Euch, Euch bleibt die Schmach.
Die auf dem Weg der Freiheit
ein früher Schatten lag! –
Noch könnt Ihr es verbieten
das Wort, doch schon sein Geist
Hoch über Eurer Lüge
ein freier Adler, kreist

Text: Henry Mackay
Musik: Hurra ihr blauen Jungen
u. a. in: Kampfgesang (1921)

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Liederthema: Freiheitslieder
Liederzeit: (1921)
Schlagwort: |


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