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Liederlexikon: Rostocker Liederbuch

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Das Rostocker Liederbuch ist ein für den norddeutschen Raum einzigartiges Liederbuch und enthält 51 geistliche und weltliche Lieder, zum Teil mit Melodien. Entstanden ist das kleine Liederbuch im späten 15. Jahrhundert, vermutlich im Umkreis der Rostocker Universität. Es ist anzunehmen, dass das Rostocker Liederbuch im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts vom anonymen Hauptschreiber der Papier-Gebrauchshandschrift angelegt und gegen Ende des Jahrhunderts durch weitere Einträge erweitert wurde. (Wikipedia)

Das “Digitale Archiv zum Rostocker Liederbuch” (DARL) ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Institut für Germanistik, dem Institut für Informatik, der Universitätsbibliothek und dem IT- und Medienzentrum der Universität Rostock sowie der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Franz-Josef Holznagel vom Institut für Germanistik; eine Förderung des DARL erfolgte zwischen März 2012 und November 2013 durch den Forschungsfonds Mecklenburg-Vorpommern. Das Digitale Archiv versteht sich zum einen als Weiterentwicklung der bisherigen Website, die sich unter der Domain www.rostocker-liederbuch.de befand und zum anderen als Ergänzung zur Edition der Lieder und Melodien des “Rostocker Liederbuchs”.

Die Handschrift und ihre Lieder

In der Rostocker Universitätsbibliothek liegt unter der Signatur Mss. philol. 100/2 eine unscheinbare spätmittelalterliche Papierhandschrift kleineren Formates mit heute noch 44 Blättern. Als “Rostocker Niederdeutsches Liederbuch” wurden die Texte dieser Handschrift 1919 von ihrem Finder, Bruno Claussen, das erste Mal herausgegeben; 1927 folgte die Ausgabe aller Texte und Melodien von Friedrich Ranke und Joseph Müller-Blattau. Das “Rostocker Liederbuch” ist ungefähr in die 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts datierbar und zwar mutmaßlich in den Umkreis einer norddeutschen Universität. Die Handschrift überliefert zumeist anonymes Liedgut verschiedenen Inhalts, von Werbeliedern über historisch-politische Lieder oder Schwanklieder hin zu Mariencantiones oder dem ältesten bekannten niederdeutschen Weihnachtslied. Außerdem finden sich zahlreiche Melodien, wobei die meisten einstimmig, zwei sogar zweistimmig notiert sind.


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"Rostocker Liederbuch" im Archiv:

Scheyden du scheiden du vilſendighe not

dat dyne walt myr alzyt gebod du makeſt my rot went an den dot des myr des myr nicht banghers des my nicht banghers kan unde mach gheſyn. Scheyden, du vilſendighe noet, Dat dyne ghewold myr alle tijd (dat) gheboed, Du makeſt my roet Went in den doet, Dat my nicht bangher kan vnde mach gheſyn. Dat herte is altijt

De is noch ere noch loves wert mang luden

De is noch ere noch loves wert mang luden, Dede nicht kan ſyn ſwert behuden, Sunder wan em dingh mishaghen. Ach iungher man, velt dic wes an, hir umme Liden, ſwighen ſcaltu ſo en ſtumme Unde laten de valſchen vuſte yaghen. Drecht men hat up din ghelat, lat varen, Des wert wol rat, kanſtu dij vor dat bewaren, Dyne werke

Van eynem eddelen forſten

Van eynem eddelen forſten Hebbe ik nyge mere gehort, Dem will na eren dorſten, God mach eme helpen vort. Hertich otte, de junge man, De gripet ſyne ſake Tomale hertliken an. Du ſcalſt nicht vortzagen, Du eddele forſte gud, De heren van dy tagen, Du voreſt enes lowen mud. Hebbe vor ogen den ſchepper dyn. [Hefſtu] god an dyne hulpe

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