Liederlexikon: Fritz Rotter

| | 1900

Fritz Rotter wurde am 3. März 1900 in Wien geboren. Noch während des ersten Weltkriegs, im Alter von 17 Jahren,  verfasste Fritz Rotter für etliche Kabaretts, darunter auch das „Simplicissimus“ (das Simpl) in Wien, Texte und Chansons. In Berlin arbeitete er in den 1920er Jahren mit Robert Stolz, Ralph Benatzky und anderen, schrieb Schlagertexte und komponierte Filmmusiken und Filmlieder, die unter anderem von Richard Tauber gesungen wurden:

  • Ich küsse ihre Hand, Madame
  • Veronika, der Lenz ist da
  • Was macht der Maier am Himalaya?
  • Wenn der weiße Flieder wieder blüht
  • Wieso ist der Walter so klug für sein Alter.

Fritz Rotter schuf insbesondere viele der für den deutschen Schlager der zwanziger Jahre charakteristisch gewordenen Nonsens-Texte. 1933 floh er wegen seiner jüdischen Herkunft von Berlin zunächst nach Österreich, 1936 nach England und ein Jahr später in die USA, wo er Drehbücher zu zahlreichen Filmen schrieb und mit Franz Werfel, Fritz Kortner und Fritz Lang zusammen arbeitete.

Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück. Insgesamt schrieb er in seinem Leben ca. 1200 Texte für die „leichte Muse“, darunter 1966 „Wir“ („Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden“), der Diskussionen in der Zeit und im Spiegel auslöste. Er starb am 11. April 1984 in Ascona. (Schweiz, Tessin)

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