Scharschmidt von A - Z ..

Ich bin ein freier Mann und singe mich wohl in keine Fürstengruft und alles, was ich mir erringe ist Gottes liebe Himmelsluft Ich habe keine stolze Feste, von der man Länder übersieht ich wohn ein Vogel nur im Neste Mein ganzer Reichtum ist mein Lied Ich durfte nur, wie andre, wollen, Und wär nicht leer davongeeilt, Wenn jährlich man im Staat die Rollen Den treuen Knechten ausgeteilt; Allein ich hab nie zugegriffen, So oft man mich herbei beschied Ich habe fort und fort gepfiffen Mein ganzer Reichtum ist mein Lied Der Lord zapft Gold aus seiner Tonne Und ich aus meiner höchstens Wein; Mein einzig Gold die Morgensonne Mein Silber all der Mondenschein! Färbt sich mein Leben herbstlich gelber, Kein Erbe, der zum Tod mir riet; Denn meine Münzen prägt ich selber; Mein ganzer Reichtum ist mein Lied Gern sing ich abends zu dem Reigen Vor Thronen spiel ich niemals auf; Ich lernte Berge wohl ersteigen Paläste komm ich nicht hinauf Indes aus Moder, Sturz und Wettern Sein golden Los sich mancher zieht Spiel ich mit leichten Rosenblättern; Mein ganzer Reichtum ist mein Lied. Nach dir, nach dir steht mein Verlangen, O schönes Kind, o wärst du mein! Doch du willst Bänder, du willst Spangen, Und ich soll dienen gehen? Nein! Ich will die Freiheit nicht verkaufen, Und wie ich die Paläste mied, Laß ich getrost die Liebe laufen Mein ganzer Reichtum sei mein Lied Text: Georg Herwegh (1840, zuerst in Gedichte eines Lebendigen) Musik: Mehrfach vertont: a) 1848 von A. Scharschmidt, der einen vierstimmigen Männerchor zu dem Text komponierte. Diese Melodie in "Deutsches Liederbuch" (1848, Schanz und Parucker). b) Eine  bekanntere Melodie von F. W. Naumann. c) auf die Melodie von "Wer wollte sich mit Grillen plagen" d)  von Michael Zachcial auf dem Album "Lieder eines Lebendigen" (Die Grenzgänger, 2017) e) J. Ph. Russland

Ich bin ein freier Mann und singe
mich wohl in keine Fürstengruft
und alles, was ich mir erringe
ist Gottes liebe Himmelsluft
Ich habe keine [...] ...

Freiheitslieder | Liederzeit: , | 1841