Righini von A - Z ..

Traute Heimat meiner Lieben Sinn ich still an dich zurück Wird mir wohl: Und dennoch trüben Sehnsuchtstränen meinen Blick Stiller Weiler, grün umfangen von beschirmendem Gesträuch Kleine Hütte, voll Verlangen denk ich immer noch an euch An die Fenster, die mit Reben einst mein Vater selbst umzog An den Birnbaum, der daneben auf das niedre Dach sich bog An die Stauden, wo ich Meisen im Holunderkasten fing An des stillen Weihers Schleusen wo ich sonntags fischen ging Was mich dort als Kind erfreute kommt mir wieder leibhaft vor Das bekannte Dorfgeläute widerhallt in meinem Ohr Selbst des Nachts, in meinen Träumen schiff ich auf der Heimat See Schüttle Äpfel von den Bäumen wäss´re ihrer Wiesen Klee Lösch´ aus ihres Brunnens Röhren meinen Durst am schwülen Tag Pflück im Walde Heidelbeeren wo ich einst im Schatten lag Wann erblick ich selbst die Linde auf den Kirchenplatz gepflanzt Wo gekühlt im Abendwinde unsre frohe Jugend tanzt Wann des Kirchturms Giebelspitze Halb im Obstbaumwald versteckt Wo der Storch auf hohem Sitze Friedlich seine Jungen heckt? Traute Heimat meiner Väter Wird bei deines Friedhofs Tür Nur einst, früher oder später Auch ein Ruheplätzchen mir Text: Johann Gaudenz von Salis-Seewis, um 1788 (1762-1834) Originaltitel: Lied eines Landmanns in der Fremde (Mit weiteren Strophen) Musik: Vincenz Righini (1803) in: Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) -- Liederbuch Postverband (1898) -- Lieder für höhere Mädchenschulen (1919) -

Traute Heimat meiner Lieben
Sinn ich still an dich zurück
Wird mir wohl: Und dennoch trüben
Sehnsuchtstränen meinen Blick

Stiller Weiler, grün umfangen
von beschirmendem Gesträuch

Heimatlieder | Liederzeit: | 1803