Liederlexikon: Stumpfsinn du mein Vergnügen

| 1900

„Stumpfsinn, Stumpfsinn du mein Vergnügen“ ist ein Lied, das mindestens seit 1921 populär war und aus lauter Klapphornversen zusammengesetzt wurde. Der Refrain lautet z.B.

„Stumpfsinn, Stumpfsinn du mein Vergnügen
Stumpfsinn, Stumpfsinn du meine Lust
Gibts keinen Stumpfsinn, gibts kein Vergnügen
Gibts keinen Stumpfsinn, gibts keine Lust“

Die Klapphornverse im Stumpfsinnlied sind stilistisch verwässert, die Ursprungsform geht zurück auf das Gedicht „Idylle“ des Göttinger Notars Friedrich Daniel, veröffentlicht in der humoristischen Zeitschrift Fliegende Blätter vom 14. Juli 1878

„Zwei Knaben gingen durch das Korn
Der andere blies das Klappenhorn
Er konnt’ es zwar nicht ordentlich blasen
Doch blies er’s wenigstens einigermaßen“

Stumpfsinn - Klapphornverse

Redakteur und Leser der Fliegenden Blätter erkannten die unfreiwillig komische Qualität der „Idylle“  und reagierten mit einer lebhaften, lang anhaltenden Welle von „Klapphornversen“. (Wikipedia) Später entstand das Stumpfsinn-Lied, das den Klapphornversen noch eine Melodie und einen Refrain hinzufügte. Das „ist mein Vergnügen“ bezieht sich ironisch auf ein Lied aus dem Vormärz: „Zufriedenheit ist mein Vergnügen“

"Stumpfsinn du mein Vergnügen"