Lieder 1870 – 1871

Die Trommel ruft nun muss ich fort

Die Trommel ruft, nun muß ich fort muß folgen dem Kommando-Wort Verlassen meines Vaters Haus muß in die weite Feld hinaus Das ist ja des Soldaten Pflicht drum, trautes Liebchen, weine nicht muß ich auch ferne von dir sein ich bleibe doch auf ewig dein So nimm den hin den Scheidegruß und meinen letzten Abschiedskuß Behalte immer frohen Mut und bleibe mir im Herzen gut Behalt ...

Trudi druck mi net

Trudi, Trudi, druck mi net! Ana, Ana schluck mi net! Mutter Rose, komm zu Bett Trudi, Trudi, druck mi net! Ana = Ahne in: Zingerle: Sitten des Tiroler Volks ( S. 166) -- Mannhardt (S. 727) in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1816 b "Segnen gegen böse Maren") ...

Jubelnd sei´s der Welt verkündet (Chassepot-Lied)

Jubelnd sei´s der Welt verkündet nicht mehr scheidet uns der Main Darum rücken wir verbündet ins Franzosenland hinein Von der Alpe bis zum Strand schallt das Lied für´s Vaterland Immer frisch, frei, fromm und froh haut sie auf den Chassepot Chasse-pot-pot-pot-pot-pot auf den Chass´pot mit Hurrah Bauern, Schwaben, Sachsen, Hessen Schließt euch tapfer Glied an Glied Was gescheh ...

Nun weg mit Feder und Papier

Nun weg mit Feder und Papier und Säbel her und Flinte! Die deutschen Noten schreiben wir mit Stahl und roter Tinte Die deutsche landessprache kunnt` der Franzmann nicht begreifen nun brüllt sie der kanonenmund die Kugel soll sie pfeifen Und daß das Lied ihn richtig packt frisch auf ihr Kriegesscharen so schlagt dazu den richt´gen Takt Dragoner und Husaren Du kennst kein Deutsch, ...

Drei Klänge sind´s sie tönen hold und rein

Drei Klänge sind´s, sie tönen hold und rein voll Harmonie durch unser Burschenleben drei Klänge sind´s, die uns wie goldner Wein zu frohem Schlag das freie Herz erheben sie will ich preisen noch mit grauem Haar bis mich der Tod ins Dunkel zieht hernieder: Der Schläger Klang, der Gläser Klang, den Klang der Lieder sie will ich preisen nun und immerdar! Des Schlägers Klang, er tön ...

Die Brünnlein die da fliessen (Nachdichtung)

Die Brünnlein, die da fliessen die muss man trinken und wer ein liebes Schätzel hat der soll ihm winken, ja winken, ja, winken mit den Augen und treten auf den Fuss; es ist ein harter Orden wer sein lieb Schätzlein meiden muss Die Wölklein, die da fliegen die können wandern. Ein wilder Knab' die eine lässt und geht zur andern, zur andern. Der Frühling bringt die Rosen der Win ...

Heimat o Heimat bald muss ich dich verlassen

Heimat, o Heimat bald muss ich dich verlassen! Frankreich lässt uns keine, keine Ruh morgen marschieren wir Frankreich zu Mutter ach Mutter, ich kann dir nicht helfen Helfe dir der liebe, der liebe Gott morgen marschieren wir nach Frankreich fort Frankreich, o Frankreich wie wird es dir ergehen? Deutsche Musketiere haben kühnen Mut weh, o weh, o wehe Franzosenblut! Bruder, ach B ...

O wie süß klingt Jesu Name

O wie süß klingt Jesu Name O wie heilt er allen Schmerz Und wie bringt er Fried und Freude jedem kindlich gläub´gen Herz O wie süß es erklingt wenn ein Herz von Jesu singt O wie süß es erklingt wenn ein Herz von Jesu singt Welch ein teurer Nam ist Jesus Oh, wie er so hoch beglückt daß sein Volk, erlöst von Sünden ihm entgegenjauchzt entzückt O wie süß es erklingt we ...

Früh wann die Hähne krähn

Früh, wann die Hähne krähn eh die Sternlein verschwinden, muß ich am Herde stehn muß Feuer zünden. Schön ist der Flammen Schein es springen die Funken; ich schaue so drein in Leid versunken. Plötzlich da kommt es mir treuloser Knabe, daß ich die Nacht von dir geträumet habe. Träne auf Träne dann stürzet hernieder; so kommt der Tag heran o ging er wieder! Text: ...

Ich möchte gern wohl die Schildwacht sein

Ich möchte gern wohl die Schildwacht sein die jenes Haus bewacht, um unter Liebchens Fensterlein zu wachen Tag und Nacht! Dann säh´ ich sie gleich morgens früh wenn sich der Vorhang regt, und spät am Abend säh´ ich sie wenn sie sich niederlegt. Des Tages schreit' im stillen Lauf ich unten hin und her; sie schaut herab, ich schaut' hinauf was braucht die Schildwacht mehr? Doch ...

Will mich einmal ein lieber Freund besuchen (Kanapee Berlin)

Will mich einmal ein guter Freund besuchen so soll er mir willkommen sein ich setz ihm vor den allerbesten Kuchen dazu ein Glas Champagnerwein Dann setzen wir uns hin, wohl auf das Kanapee wohl auf das schöne weiche Kanapee Ich mag so gerne Kaffee trinken Und ohne Kaffee bin ich krank Man kann mich mit dem Kaffee winken Auf eine halbe Meile lang Doch schmeckt mir der Kaffee Nur auf d ...

Es zog ein Reiter wohl in den Krieg

Es zog ein Reiter wohl in den Krieg und als er auf sein Grauroß stieg da hub er an zu singen Und als das Mägdlein das vernahm da hub es an vor lauter Gram gar bitterlich zu weinen Sag an was weinest du so sehr gibt´s doch der Reiter noch viel mehr auf Gottes schöner Erde Oh Reiter, lieber Reiter mein wirst du von mir geschieden sein ist auch mein Glück geschieden Und als das M ...

Trink Kamerad trink geht die Trommel früh und spat

Trink, Kamerad, trink! geht die Trommel früh und spat, so in Krieg und Friedenszeit auf dem Marsch und im Quartier, ob´s auch regnet oder schneit ob der Feind ist dort, ob hier. Trink, Kamerad, trink geht die Trommel früh und spat Trink, Kamerad, trink! Trink, Kamerad, trink! geht die Trommel früh und spat, und wir trinken nach dem Takt und wir trinken nichts als Wein; wer sich ...

Zu Champigny im Felde

Zu Champigny im Felde da ist ein großes Grab drein senkten sie die Schwaben die Landsleut all hinab Die frisch die Sense huben im Gäu und Oberland und die den Weinberg gruben am grünen Neckarstrand Der Alp, des Schwarzwalds Mannen zusammen all gefällt wie Eichen und wie Tannen die grimmer Sturm zerspellt Zerstochen und zerschossen so liegen sie im Schnee des Schwabenlandes ...

Wer singet im Walde so heimlich allein

Wer singet im Walde so heimlich allein? O du liebe, liebe Seel o mein einziges Kind, - o weh! Und die Kirchenglocken, sie läuten darein. Und das Scheiden und das Meiden und wie tut es doch so weh! Ade, ade, ade! ich seh´ dich nimmermeh! Herr Ulrich kam aus dem Krieg, und er sang, O du liebe, liebe Seel o mein einziges Kind, - o weh! Und er sang, dass der Wald und das Feld erklang: U ...

Landsturm

Der Landsturm war seit dem 15. Jahrhundert „das letzte Aufgebot“ aller Wehrpflichtigen, die weder dem Landheer noch der Marine angehören, zur Abwehr eines feindlichen Einfalls. In Preußen war nach dem Landsturm-Edikt vom 21. April 1813 die gesamte nicht in die stehende Armee oder in die Landwehr eingereihte wehrbare männliche Bevölkerung vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 60. Lebensj ...

Das ist der Wifflampröhr der schreckliche Napoeleon

Das ist der Wifflampröhr der schreckliche Napoeleon er reitet bös daher mit der Euschönia Sohn Jajujajo ja lustig ist die Mitralljös und auch der Schassepoh Er fragt den Herrn Frossar wo ist die Gegend säuberlich und auch nicht kein Gefahr Wo ist der Schnepfenstrich Jajujajo ja lustig ist die Mitralljös und auch der Schassepoh Das ist die Stadt Saarbruck drin springt ein d ...

Es ist schon alles fertig was wir brauchen

Es ist schon alles fertig was wir brauchen schwere Geschütze, Roß und Wagen was man im Felde noch muß haben lauter junge schöne Leute zum Streite So zogen wir nach Straßburg in das Lager und die Franzosen waren schon zusamm´ keiner hat das Herz zu greifen an Franzosen müssen retirieren marschieren Und wir kamen nach Paris in die Straßen streckten sie die weiße Fahne heraus ...

Eins zwei drei vier fünf sechs sieben (Pistolen)

Eins zwei drei vier fünf sechs sieben Petrus Paulus hat geschrieben Einen Brief nach Paris: Er soll holen drei Pistolen Ein´für mich, ein´für dich ein´für´n Onkel Ludweig Mündlich 1871 aus Dresden , 1986 aus Siegen .Aus dem Vogtland : Dunger 235 . Letztere beide mit dem Schluß "Bruder Heinerich" -- nach Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897) ...

Brüder ihr aus Nord und Süden

Brüder ihr aus Nord und Süden nehmt den warmen Druck der Hand die im Kampf ihr ohn Ermüden steht für unser Vaterland Was die Hoffnung uns verkündet schauen wir voll Zuversicht Nord und Süden sind verbündet bis der Erde Bau zerbricht Deutschland Deutschland ist gereinigt von dem allverjährten Zwist unser Deutschland ist gereinigt trotz des Erbfeinds schnöder List Euere Herzen ...

Germania mir graut vor dir

Germania, der Sieg ist dein! Die Fahnen wehn, die Glocken klingen, Elsaß ist dein und Lotharingen Du sprichst: »Jetzt muß der Bau gelingen Bald holen wir den letzten Stein Gestützt auf deines Schwertes Knauf Lobst du in frommen Telegrammen Den Herrn, von dem die Herren stammen Und aus Zerstörung, Tod und Flammen Steigt heiß dein Dank zum Himmel auf Nach vierundzwanzig Schlachte ...

Wer ist der greise Siegesheld?

Wer ist der greise Siegesheld der uns zu Schutz und Wehr fürs Vaterland zog in das Feld mit Deutschlands ganzem Heer? Wer ist es, der vom Vaterland den schönsten Dank empfing? Vor Frankreichs Hauptstadt siegreich stand und heim als Kaiser ging? Du edles Deutschland, freue dich dein König, hoch und ritterlich Dein Wilhelm, dein Kaiser Wilhelm ist´s ! Wer hat für dich in blut'ger S ...

Wir tapfern Soldaten wo kriegen wir Geld

Wir tapfern Soldaten wo kriegen wir Geld auf daß wir marschieren in das weit und breite Feld auf daß wir marschieren dem Feinde entgegen auf daß wir alle Tage in der Freiheit können leben In der Freiheit zu leben, das ist unser Begehren der Franzosen, derer wollen wir uns dann schon erwehren wir wollen sie schlagen in siegreicher Schlacht wie wollen sie jagen bei Tag und bei Nacht ...

Heil dir Germania herrlicher stehst du da

Heil dir Germania herrlicher stehst du da als je zuvor Siegreich in Kampf und Schlacht groß durch des Geistes Macht singen dir Ruhm und Preis ein Jubelchor Schlinge der Krone Zier jetzt um die Stirne dir ein einig Reich Schirmend das neue Recht walte ein neu Geschlecht an Ruhm und Opferlust den Vätern gleich Edelster Freiheit Hort schlage ihr fort und fort Europas Herz Macht ...

Beyerlein

Franz Adam Beyerlein - geboren 22. März 1871 in Meißen; gestorben 27. Februar 1949 in Leipzig, Jurist und Schriftsteller. ...