Geh aus mein Herz und suche Freud (Parodie)

Geh aus, mein Herz, und suche Freud! In dieser so komplexen Zeit laßt frustvoll uns genießen Schau an, all der  Neurosen Zier Und sehet, wie sie dir und mir im Seelengärtlein spießen im Seelengärtlein spießen Geh aus, mein Herz und suche Freud! Mackeriten gedeihen alle Zeit im Treibhaus deiner Triebe Als Psycho-Wunder blüht gewiß der einzigartige Narziß Das Wunder ew´ger

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Begleitet von zwei treuen Hunden (Die treuen Hunde)

Joseph Friedrich Engelschall Begleitet von zwei treuen Hunden,ging Schnell, ein Fleischer, über Land Schon waren ihm nach wenig Stundendie Türme seiner Stadt verschwunden,als in dem Wald, durch den der Weg sind wand,ein Mann mit Knotenstock – im Blickemehr tiefen Gram als Herzenstücke –bescheidend flehend vor ihm stand:Freund nur ein kleines einem Armen,Gott näher bringt dich das Erbarmen Schnell wendet sich

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Hans war im Kinderrocke schon (Wie mans treibt, so gehts)

Philipp Julius Lieberkühn Hans war im Kinderrocke schon Ein ungezogner KnabeKeck sprach er allen Menschen HohnDas war so seine Gabe Manch Gängelband riß er entzweizum Herzeleid der ZofeEntwischte dann und war er freiso schwärmt er wild im Hofe Mit seiner Kraft wuchs auch sein MutSein Ungestüm sein TobenKein Nachbar war dem Buen gutKein Lehrer konnt ihn loben Er sprang, er lief

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Im Garten des Pfarrers von Taubenhain (Des Pfarrers Tochter von Taubenhain)

Im Garten des Pfarrers von TaubenhainGeht’s irre bei Nacht in der Laube.Da flüstert und stöhnt’s so ängstiglich;Da rasselt, da flattert und sträubet es sich,Wie gegen den Falken die Taube Es schleicht ein Flämmchen am Unkenteich,Das flimmert und flammert so traurig.Da ist ein Plätzchen, da wächst kein Gras;Das wird vom Tau und vom Regen nicht naß;Da wehen die Lüftchen so schaurig.

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Ein Junker hielt sich ein Paar Hunde (Die zween Hunde)

Ein Junker hielt sich ein Paar Hunde;Es war ein Pudel und sein Sohn.Der junge, Namens Pantalon,Vertrieb dem Herrchen manche Stunde Er konnte tanzen, Wache stehn,Den Schubkarrn ziehn, ins Wasser gehn,Und alles dieses aus dem Grunde.Der schlaue Fritz, des Jägers Kind,War Lehrer unsers Hunds gewesen,Und dieser lernte so geschwind,Als mancher Knabe kaum das Lesen.Einst fiel dem kleinen Junker ein,Es müßte noch

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In China lag beim Sternenlichte (Holien)

In China lag beim SternenlichteEin Jüngling – Dank sei der Geschichte,Für seinen Namen – HolienLag müd auf seiner BinsenmatteUnd sah vom Räuber ungesehnDer sein Gemach erstiegen hatte,Wie hurtig er, was ihm gefiel,In seinen weiten Schnapsack steckte.Er regt sich nicht auf seinem PfühlUnd blinzt die Augen zu. – Nun streckteDer Gaudieb die verruchte HandNach einem Topf von Siegelerde,Der leer in einem

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Es war einmal ein hübsches Ding (Der Schmetterling)

Es war einmal ein hübsches Dingvon Farben und GestaltEin kleiner, bunter Schmetterlingerst wenig Stunden alt Sein breit und doppelt Flügelpaarwar purpurrot und blauGesäumet war es mit Golde gardas trug er recht zur Schau Zu allen Blumen flog er hinUnd wie mein Märchen sprichtrief er: Seht doch, wie hübsch ich bin!gefall ich euch denn nicht? Gewiß, kein Mädchen ist so schön,So schön wie ich geputztkein junger

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Mein Junge da (Kunz und Hinz)

Mein Junge da, das ist ein Junge, der!Kein Kuchen ist so rund wie er,Und hat dir, hör, vor hunderttausend KnabenGanz sonderbare Gaben.Was meinst du wohl, er buchstabiert schon frisch;Und sähst du ihn beim Abendsegen,Da sieht er aus, als wär’ ihm groß daran gelegen,Und kneipt indes die andern unterm Tisch!Nun, Kunz, was hältst du ihn? Bei meiner Seel, es steckt ein

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Was meinst du Kunz (Hinz und Kunz)

Was meinst du, Kunz, wie groß die Sonne sei?Wie groß, Hinz? – als´n Straußenei.Du weißt es schön, bei meiner Treu!Die  Sonne als´n Straußenei!Was meinst denn du, wie groß sie sei?So groß, hör – als´n Fuder Heu.Man dächt kaum, daß es möglich sei;Potztausend, als´n Fuder Heu! Text: Matthias Claudius (1771)in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) 1771

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