In einem Tal bei armen Hirten (Das Mädchen aus der Fremde)

In einem Tal bei armen Hirten Erschien mit jedem jungen JahrSobald die ersten Lerchen schwirrtenEin Mädchen, schön und wunderbar Sie war nicht in dem Tal geborenMan wußte nicht, woher sie kamUnd schnell war ihre Spur verlorenSobald das Mädchen Abschied nahm Beseligend war ihre NäheUnd alle Herzen wurden weitDoch eine Würde, eine Höhe Entfernte die Vertraulichkeit Sie brachte Blumen mit und

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Der alte Vater Martin war

Der alte Vater Martin warMit Ehren sechs und achtzig Jahr.Er schlich so matt, er schlich so schwerAn seinem Stab im Dorf einher;Sein Haupt, mit weißem Haar geschmückt,War längst dem Grabe zugebückt Im Dorfe liebt ihn Groß und Klein;Man lud zu jedem Fest ihn ein;Man gab ihm stets den schönsten KranzBeim Hochzeit-Reihn und Ernte-Tanz;Denn Vater Martin, sanft und gut,Verscheuchte nie den

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Frau sagte Meister Till ich muß (Das große Los)

Frau, sagte Meister Till, ich mußZuletzt noch aus der Stadt; so schlimm stehn unsre Sachen.Doch rührten wir auch jemals Hand und Fuß,Dem Glück ein Pförtchen aufzumachen?Pfui, laß uns nicht so schläfrig sein!Laß uns noch heut ein Lotterielos kaufen!Durch dieses Türchen schleicht gewiß das Glück hereinUnd bringt uns Gold- und Silberhaufen Frau Till, ein Weiblein guter Art,Sprach immer ja zu allen

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Gerichtsverwalter Veit

Gerichtsverwalter Veit das Schrecken armer Bauern Trug seinen dicken Bauch tief krächzend über Land Und rief als er von Regenschauern Ein Bächlein angeschwollen fand Dem nächsten Ackersmann: Mein Lieber Kommt her und tragt mich da hinüber Der Bauer kam im schnellsten LaufGestrenger Herr gleich will ich Ihnen Als Leibroß unterthänig dienen Und lud den Aktenreiter auf Sie waren mitten in

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Ein Winzer der am Tode lag (Die Schatzgräber)

Ein Winzer, der am Tode lag,rief seine Kinder an und sprach:„In unserm Weinberg liegt ein Schatz,grabt nur danach!“-„An welchem Platz?“schrie alles laut den Vater an.„Grabt nur!“ O weh! da starb der Mann.Kaum war der Alte beigeschafft,so grub man nach aus Leibeskraft.Mit Hacke, Karst und Sparten wardder Weinberg um und um geschart.Da war kein Kloß, der ruhig blieb;man warf die Erde

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Frau Magdalis weint auf ihr letztes Stück Brot (Die Kuh)

Frau Magdalis weint auf ihr letztes Stück BrotSie konnt es vor Kummer nicht essenAch, Wittwen bekümmert oft größere NotAls glückliche Menschen ermessen »Wie tief ich auf immer geschlagen nun bin!Was hab ich, bist du erst verzehret?« –Denn, Jammer! ihr Eins und ihr Alles war hin,Die Kuh, die bisher sie ernähret. – Heim kamen mit lieblichem SchellengetönDie andern, gesättigt in Fülle.Vor

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