Ein kluger Maler in Athen, Der minder, weil man ihn bezahlte, Als weil er Ehre suchte, malte, Ließ einen Kenner einst den Mars im Bilde sehn Und bat sich seine Meinung aus. Der Kenner sagt’ ihm frei heraus, Daß ihm das Bild nicht ganz gefallen wollte, Und daß es, um recht schön zu sein, Weit ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Ein armer Schiffer stak in Schulden, Und klagte dem Philet sein Leid. »Herr«, sprach er, »leiht mir hundert Gulden; Allein zu Eurer Sicherheit Hab ich kein ander Pfand als meine Redlichkeit. Indessen leiht mir aus Erbarmen Die hundert Gulden auf ein Jahr.« Philet, ein Retter in Gefahr, Ein Vater vieler hundert Armen, Zählt ihm das ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
Liederzeit: | 1746


Wie oft weiß nicht ein Narr durch töricht Unternehmen Viel tausend Toren zu beschämen! Neran, ein kluger Narr, färbt einen Esel grün, Am Leibe grün, rot an den Beinen, Fängt an, mit ihm die Gassen durchzuziehn; Er zieht, und jung und alt erscheinen. Welch Wunder! rief die ganze Stadt, Ein Esel, zeisiggrün! der rote Füße ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Ismene hatte noch, bei vielen andern Gaben Auch diese, daß sie widersprach. Man sagt es überhaupt den guten Weibern nach, Daß alle diese Tugend haben; Doch wenns auch tausendmal der ganze Weltkreis spricht: So halt ichs doch für ein Gedicht, Und sag es öffentlich, ich glaub es ewig nicht. Ich bin ja auch mit mancher ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Ja, ja, Prozesse müssen sein! Gesetzt, sie wären nicht auf Erden, Wie könnt alsdann das Mein und Dein Bestimmet und entschieden werden? Das Streiten lehrt uns die Natur. Drum, Bruder, recht‘ und streite nur. Du siehst, man will dich übertäuben; Doch gib nicht nach, setz alles auf, Und laß dem Handel seinen Lauf; Denn Recht muß doch ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Phylax, der so manche Nacht Haus und Hof getreu bewacht, Und oft ganzen Diebesbanden Durch sein Bellen widerstanden; Phylax, dem Lips Tullian, Der doch gut zu stehlen wußte, Selber zweimal weichen mußte; Diesen fiel ein Fieber an Alle Nachbarn gaben Rat. Krummholzöl und Mithridat Mußte sich der Hund bequemen, Wider Willen einzunehmen. Selbst des Nachbar ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Von ungefähr muss einen Blinden Ein Lahmer auf der Straße finden, Und jener hofft schon freudenvoll, Dass ihn der andre leiten soll „Dir“, spricht der Lahme, „beizustehn? Ich armer Mann kann selbst nicht gehen; Doch scheint´s, dass du zu einer Last Noch sehr gesunde Schultern hast. Entschließe dich, mich fortzutragen, So will ich dir die ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
| 1746


Von einem Greise will ich singen, Der neunzig Jahr die Welt gesehn. Und wird mir itzt kein Lied gelingen: So wird es ewig nicht geschehn Von einem Greise will ich dichten, Und melden, was durch ihn geschah, Und singen, was ich in Geschichten, Von ihm, von diesem Greise, sah. Singt, Dichter, mit entbranntem Triebe, Singt ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
Liederzeit: | 1746


Das erste Buch Der erste, der mit kluger Hand Der Männer Schmuck, den Hut, erfand, Trug seinen Hut unaufgeschlagen; Die Krempen hingen flach herab, Und dennoch wußt er ihn zu tragen, Daß ihm der Hut ein Ansehn gab Er starb, und ließ bei seinem Sterben Den runden Hut dem nächsten Erben. Der Erbe weiß den ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
Liederzeit: | 1746


Ein Bär, der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen, entrann und wählte sich den ersten Aufenthalt. Die Bären grüßten ihn mit brüderlichen Küssen Und brummten freudig durch den Wald, Und wo ein Bär den andern sah, So hieß es: „Petz ist wieder da!“ Der Bär erzählte drauf, was er in fremden Landen Für Abenteuer ausgestanden, ... Weiterlesen ... ...

Lieddichter:
Liederzeit: | 1746