Volkslieder von A-Z



A

Abgeschmiert aus hundert Metern

Abgeschmiert aus hundert Metern Aus der alten Tante Ju Mit geschlossenem Schirm zur Erde dann hast du für immer Ruh Deine Knochen sind zerbrochen und der Schirm liegt obenauf und dann kommt der Sanka-Wagen sammelt deine Reste auf Kameraden stehn im Kreise sehen sich das Unglück an Jeder denkt dann still und leise morgen kommt gewiß ein andrer dran Und im Himmel angekommen steht

Soldatenlieder | 1940


Abgesessen von den Pferden

Abgesessen von den Pferden leget ab Gepäck und Schwerter denn es ist jetzt Rendezvous Laßt uns eins gemütlich singen bald wird Horn und Trommel klingen Und vorbei ists mit der Ruh. Feinde stehn an allen Ecken Freche Gegner, die uns necken, Sie erheben Kriegsgeschrei. Doch sie finden uns gerüstet; die´s nach blauen Bohnen dürstet sie erhalten deutsches Blei. Kavallerie auf beiden Flügeln,

Soldatenlieder | | 1914


Abgesessen von den Pferden (1914)

Abgesessen von den Pferden leget ab Gepäck und Schwerter denn es ist jetzt Rendezvous Laßt uns eins gemütlich singen bald wird Horn und Trommel klingen Und vorbei ists mit der Ruh Hört! Gen´ralmarsch wird geschlagen Hebt euch von dem grünen Rasen! Jeder nimmts Gewehr zur Hand Viele hunderttausend Streiter Fußvolk, Artillerie und Reiter schützen treu das Vaterland Zahllos stehn an allen

Soldatenlieder | 1914


Abschied muß ich nehmen hier

Abschied muß ich nehmen hier weiter muß ich wandern. O du allerschönstes Kind heirat keinen Andern! Gräm dich nicht und zürn mir nicht werd bald wiederkommen, geschieht es auch im Winter nicht geschieht es doch im Sommer. Hörst du denn die Vögelein durch die Wälder singen so gedenke, daß ich dir täte Botschaft bringen. Und wenn dich der Wind anweht

Abschiedslieder | Liebeslieder | 1900


Abschied nehmen sagt er ist nit schön

Abschied nehmen sagt er ist nit schön sagt er Und es muß halt sagt er Doch gescheh n sagt er Wisch die Augen sagt er Heimlich aus sagt er Fallt ein Thränerl sagt er Still heraus Und das Thränerl sagt er Fallt in’s Gras sagt er Da geschiecht sagt er Weißt du was sagt er Wachst ein Blümel sagt er

Abschiedslieder | Liebeskummer | 1825


Ach ach ach Herr Meyer in Ochsenkopp is Feier

Ach, ach, ach Herr Meyer in´ Ochsenkopp is Feier Da brennt det janze Hinterhaus da schmeißt der eene den andern raus Text: anonym – „Ochsenkopp“ war ein berüchtigtes Zucht- und Arbeitshaus am Alexanderplatz in Berlin – der finstere viereckige Bau konnte bis zu tausend Gefangene aufnehmen Musik: zur Meyer-Polka von O. Blume (1866) in Mutter der Mann mit dem Koks ist da

Gefangenenlieder | Tanzlieder | 1900


Ach ach ach und ach

Ach, ach, ach und ach Wie schön´s doch früher war Vor, vor, vor und vor Vor drei-, vierhundert Jahr! Da räuberte mein Ahn´ umher Als ob das Beste seines wär; Jetzt wird man gleich gefangen Gehangen! Wir, wir zählen schon Schon lange vor Noah; In, in, in der Arch´ War mein Geschlecht schon da! Doch weis´ ich jetzt mein Wappen

Politische Lieder | | 1848


Ach ach ach und ach (Abschied Wien)

Ach ach ach und ach es ist ein schwere Buß wenn wenn wenn und wenn wenn ich von Wien weg muß doch fällt mir dieser Trost noch ein ich kann nicht allzeit in Wien sein ich will mein Glück probieren marschieren Jetzt jetzt jetzt und jetzt jetzt nimm ich mir schon vor hinaus hinaus hinaus hinaus hinaus zum Kärnthnertor dieweil ich bin

Abschiedslieder | Arbeitslieder-Handwerkerlieder | Auswandererlieder | 1843


Ach ach wie sind die Zeiten schwer

Ach, ach, wie sind die Zeiten schwer man möchte bald vergehen! Flink Wein daher, flink Wein daher, dass wir sie übertsehen! Flink Wein daher, flink Wein daher, dass wir nicht gar vergehen! Der Wein hat Schultern gross und stark wirft Sorg und Plag‘ und allen Quark mit Saus und Braus zum Haus hinaus! Text: Kopisch. in Allgemeines deutsches Liederlexikon (1844)

Trinklieder | 1844


Ach all wir armen Teufel

Ach, all wir armen Teufel Aus zwanzig Nationen, Die eng in Sachsenhausens Barackenlager wohnen. Weiss keiner für wie lange, Begrenzt ist nicht die Zeit; Rings Streusand nur und Kiefern, Die Heimat, ach, so weit! Doch alles geht vorüber, Auch das geht mal vorbei, Und eines schönen Tages Sind wir alle wieder frei! Wir tragen viele Lasten, Der Tag wird Ewigkeit;

Lieder aus Konzentrationslagern | 1942


Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)