Volkslieder von A-Z



A

Abends rasieren

Er, frühmorgens frisch rasiert aus der Badestube tretend: „Jeden Morgen, wenn ich mich rasiert habe, fühle ich mich um zwanzig Jahre jünger!“ Sie: „Könntest Du Dich nicht von nun ab abends rasieren?“ in Hilfe mein Zwerchfell (1928)

Witzesammlung | 2011


Abends treten Elche aus den Dünen

Abends treten Elche aus den Dünen ziehen von der Palve an den Strand Wenn die Nacht, wie eine gute Mutter leise deckt ihr Tuch auf Haff und Land Ruhig trinken sie vom großen Wasser, darin Sterne wie am Himmel stehn Und sie heben ihre starken Köpfe lautlos in des Sommerwindes Wehn Langsam schreiten wieder sie von dannen, Tiere einer längst

Bündische Jugend | | 1930


Abendstille

Abendstille überall, Nur am Bach die Nachtigall Singt ihre Weise Klagend und leise Durch das Tal. – Text: Otto Laub (1805 –  1882) Abendkanon Musik: Fritz Jöde –

Abendlieder | Kanons | | 1862


Aber d´ Oxn treib i net aus

Aber d´Oxn, Oxn treib i net aus aber d´Oxn, Oxn treib i net aus ja liaba d´Säu, liaba d´Säu, oda mei Wei (= Weib) ja liaba d´Säu, liaba d´Säu, oda mei Wei. Aber d´Oxn, Oxn treib i net aus aber d´Oxn, Oxn treib i net aus ja liaba d´Küh und de Stier, de treib i aus ja liaba d´Küh und

Tanzlieder | | 1900


Abfütterung

Fürstenberg hat in seiner Villa eine Zweihundert-Personengesellschaft zu Tisch. Feind solcher offizieller Abfütterungen, schimpft er innerlich über die Zeit- und Geldverschwendung und meint schließlich zu einem vertrauten Freund: „Wenn die Gesellschaft doch endlich gehen wollte, ich hab´s so satt!“ Da erhebt sich in der entferntesten Ecke ein junger Leutnant, schreitet, sich nach rechts und links zum Abschied verneigend, durch die

Witzesammlung | 2011


Abgelehnt

Der Spielverlauf ist der gleiche wie Dritten abschlagen, jedoch mit der Zugabe, daß der Läufer im Moment des Vorstellens vor ein Paar abgelehnt werden kann (durch lauten Ruf „Abgelehnt!“ oder durch Zudrehen des Rückens). Der Läufer muß dann den Versuch bei einem anderen Paare machen. Zweimal darf er hintereinander abgelehnt werden, das dritte Paar muß ihn annehmen. Die Ablehnung muß

Allgemein | 2008


Abgeschmiert aus hundert Metern

Abgeschmiert aus hundert Metern Aus der alten Tante Ju Mit geschlossenem Schirm zur Erde dann hast du für immer Ruh Deine Knochen sind zerbrochen und der Schirm liegt obenauf und dann kommt der Sanka-Wagen sammelt deine Reste auf Kameraden stehn im Kreise sehen sich das Unglück an Jeder denkt dann still und leise morgen kommt gewiß ein andrer dran Und im Himmel angekommen steht

Soldatenlieder | 1940


Abgesessen von den Pferden

Abgesessen von den Pferden leget ab Gepäck und Schwerter denn es ist jetzt Rendezvous Laßt uns eins gemütlich singen bald wird Horn und Trommel klingen Und vorbei ists mit der Ruh. Feinde stehn an allen Ecken Freche Gegner, die uns necken, Sie erheben Kriegsgeschrei. Doch sie finden uns gerüstet; die´s nach blauen Bohnen dürstet sie erhalten deutsches Blei. Kavallerie auf beiden Flügeln,

Soldatenlieder | | 1914


Abgesessen von den Pferden (1914)

Abgesessen von den Pferden leget ab Gepäck und Schwerter denn es ist jetzt Rendezvous Laßt uns eins gemütlich singen bald wird Horn und Trommel klingen Und vorbei ists mit der Ruh Hört! Gen´ralmarsch wird geschlagen Hebt euch von dem grünen Rasen! Jeder nimmts Gewehr zur Hand Viele hunderttausend Streiter Fußvolk, Artillerie und Reiter schützen treu das Vaterland Zahllos stehn an allen

Soldatenlieder | 1914


Abschied muß ich nehmen hier

Abschied muß ich nehmen hier weiter muß ich wandern. O du allerschönstes Kind heirat keinen Andern! Gräm dich nicht und zürn mir nicht werd bald wiederkommen, geschieht es auch im Winter nicht geschieht es doch im Sommer. Hörst du denn die Vögelein durch die Wälder singen so gedenke, daß ich dir täte Botschaft bringen. Und wenn dich der Wind anweht

Abschiedslieder | Liebeslieder | 1900



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Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)