Volkslieder von A-Z



A

A Busserl is an schnuckrig Ding

A Busserl is an schnuckrig Ding mer weiss nit, wie es tut mer isst es nit, mer trinkt´s auch nit und dennoch schmeckt´s so gut Und was a Schreiber schreiben kann wohl in zehntausend Stund das druckt a einzig Busserl aus dem Dirndl auf den Mund A Busserl is a schnuckrig Ding mer’s nit begreifen kann im Herzle is a

Liebeslieder | 1861


A Dirndl ging um´s Holz in Wald

A Dirndl ging um´s Holz in Waldrecht zeitig in der Fruahund hinter ihr do schleicht sich wohla saub´rer Jagersbua Und wie´s im Wald san sagt der Buahja, Dirndl, was tuast du doDrauf antwort sie: „Mei lieber Bua´dürre Asterl brech i a“ Do sagt der Bua: „Du dös lass seidös Asterl z´sammen klaub´nI möcht so gern mit dir diskrier´nund dir in

Jägerlieder | 2008


A lustigö Eicht

A lustigö Eicht hat da Herrgott selm gweicht selm gweicht und selm gsönnt ruck in Huat, wanns da gönnt Und a lustigö Stund di ham ma jetzt um san gmüatli beinand grüaß enk Gott, alli miteinand Text: anonym ? keine Angaben Musik: Stelzhammer – in Alpenrose (1924)

Vereinslieder | 1924


A Madl blitzsauber (möglich is scho wahrscheinlich net)

A Madl blitzsauber und achtzehn Jahr alt mit Augen voll Feuer und niedlicher Gestalt die sagt mir ganz ernsthaft, sie hätt in ihr´m Leben koan oanzigen Mannsbild a Busserl no geben No hab i mir denkt, bei der jetzigen Zeit wo´s Kind in der Wieg´n schon um Liebhaber schreit da soll´s eine geb´n, die net küßt a mal hätt´ no

Liebeslieder | 1900


A so a so a so a Landl (Kärntnerland)

A so a so a so a Landle wia´s Karntnerlond mei Heimatlond a so a Landle findst du niamamehr gor weit umanond Text und Musik: anonym , Kärntner Volksweise in Alpenrose (1924)

Heimatlieder | 1924


A steirischa Jodler a stoasteirisch Lied

A steirischa Jodler a stoasteirisch Lied dös zuckt wia der Blitz in a rechtschaffens Gmüat Holadiäiri.. Und s steirische Eisen sel woaßt wohl is guat dös findst ba die Steirer in Berg und in Bluat Drum sam ma a schneidi ham Haar auf die Zähnd und eppa wanns sein muaß a Fäust statt die Händ Text und Musik: K. Fürnschuß

Jodler | 1924


Ab alle Last von Leib und Seel

Ab alle Last von Leib und Seel und frisch hinaus ins Freie das Lied erschallt aus froher Kehl der Wanderfahrt zur Weihe wir wandern rüstig, fest im Tritt wohl über Tal und Hügel und immer ziehn die Lieder mit uns wird, wir hätten Flügel Das Heimatland durchziehen wir als seine treuen Söhne für seine Größe glühen wir für all das

Wanderlieder | 1905


Aba Dirndl du zarts

Aba Dirndl du zarts hast a Herzl a hart´s wirst´s g´wiß a mal g´spürn und a woachs Herzal griag´n Den die Liab hot koa Ziel treibt mit jeden sei Spiel Selbst an stoanalten Mann schmiert die Liab no oft an Drum di Liab is a Freud macht viel Zank und viel Streit is er arm oder reich bleibt die Liab

Liebeslieder | 1911


Aba´s Deandl

Aba´s Deandl hat a grossi a verteufiti grossi a mörderische – Liab zu sein Buam. Und da Bua hat an langa, an verteufitn langa, an endlanga – Weg hi zu ihr. Und’s Deandl hat oani, wo der Wind außergeht, Und sie brauchat an Buam, dem er allaweil steht. trad. aus Oberbayern („Kraftbayrisch“)

Liebeslieder | 1900


Abend ists die Sonne ist verschwunden

Abend ist’s, die Sonne ist verschwunden und der Mond strahlt Silberglanz: so entfliehn des Lebens schönste Stunden fliehn vorüber wie ein Tanz Bald entflieht des Lebens bunte Scene und der Vorhang rollt herab aus ist unser Spiel: des Bruders Träne fließet dann auf unser Grab Bald vielleicht, mir weht, wie Westwind leise, eine stille Ahnung zu schließ ich dieses Lebens Pilgerreise fliehe in das Land der Ruh Werd’t ihr

Abendlieder | Lieder vom Tod | 1801


Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)