Volkslieder von A-Z



S

s brent ( Es brennt)

S´ brent! briderlekh, s´brent! Oy, undzer orem shtetl nebekh brent! Beyze vintn mit yirgozn Raytn, brekhn un tseblozn Shtarker nokh di vilde flamen, Alts arum shoyn brent. Un ir shteyt un kukt azoy zikh Mit farleygte hent, Un ir shteyt un kukt azoy zikh – Undzer shtetl brent! S´brent! briderlekh, s´brent! Oy, undzer orem shtetl nebekh brent! S’hobn shoyn di

Jiddische Lieder und Klezmer | Lieder aus Konzentrationslagern | 1938


S isch äben e Mönsch uf Aerde Simeliberg

S isch äben e Mönsch uf Aerde, Simelibärg! Und ds Vreneli ab em Guggisberg Und s Simmes Hans-Joggeli än dem Bärg, S´isch äben ä Mönsch uf Aerde, Dass i möcht bi-n-em si U ma-n-er mir nit wärde, Simelibärg! Und s’Vreneli ab em Guggidbärg, Und s‘ Simmes Hans-Joggeli änet dem Bärg, U mah-n-er mir nit wärde, Vor Kummer stirbe-n-i. I mines

Liebeskummer | 1790


s isch no nit lang

s isch no nit lang, daß gregnet hätt Die Laeubli tröpfle no I hab e mohl e Schazli ghätt I wott, i hätt es no Jez isch er gange go wandere I wünsch em Löcher in d´Schuh Jez hab i wieder en andere Gott gäb mer Glück dazu S isch no nit lang, daß er g´heirat hätt S´isch gar e

Liebeskummer | 1808


S isch no nit lang daß gregnet hätt

S´isch no nit lang, daß gregnet hätt Die Laeubli tröpfle no I hab e mohl e Schazli ghätt I wott, i hätt es no Jetzt aber isch mers gwanderet dem Oberländle zu do findt es bald en andere s isch doch e kecker bue und weil i net ka hinderdrei in meine dünne Schuh guck i au no em andern

Liebeskummer | 1800


S Maderl is hops un sie weiss net woher

S Maderl is hops un sie weiss net woher der Nachbar hat an Gasbock vielleicht is ebba der Als DVA A 109136 in der Soldatenlieder-Sammlung (1914-1918) eingesandt von Wiessner, I.bay.Ldst. d.R. M.G.K. , 1916

Gstanzln | 1916


s’ Bärbele ist so dundersnett

s´ Bärbele ist so dundersnett s´ist putzt als wie a Döckle An Leib hot´s schlank und doch so fett Und zwoa so schöne Dittle Zwei Augele hat´s im Kopf die brenne wie Feuer Die Haut im Gesicht ist gar so g´sund So zart als wie Babeiar Drum möcht ich halt mei Bärbele nema I glaub, ´s ischt hohe Zeit s´ könnt

Erotische Lieder | 1910


Sabinchen war ein Frauenzimmer

Sabinchen war ein Frauenzimmer, Gar hold und tugendhaft Sie diente treu und redlich immer Bei ihrer Dienstherrschaft. Da kam aus Treuenbrietzen Ein junger Mann daher, Der wollte so gerne Sabinchen besitzen Und war ein Schuhmacher. Sein Geld hat er versoffen In Schnaps und auch in Bier Da kam er zu Sabinchen geloffen Und wollte welches von ihr Sie konnt ihm

Moritaten | Raub-Mord-Totschlag | Schuster | , | 1900


Sachs halte Wacht

Sachs halte Wacht Sachs halte Wacht Die Väter haben gerungen sie haben die Feinde bezwungen Sie haben für Heimat und Blut vergossen das teure Blut Sachs halte Wacht Was dir deine Väter erworben wofür sie gelebt und gestorben das sei dir ein heiliger Hort das wahre mit Schwert und mit Wort Sachs halte Wacht Sachs halte Wacht Will man deine Ehre

Deutschlandlieder | Landeshymnen | 1905


Sächsische Auswanderer (Fragment)

Enteilt dem Land des Kummers die Hoffnung blüht uns auf Vergessen sind die Sorgen im alten Vaterland Es glänzt ein neuer Morgen uns in dem fremden Land Und jetzt nach langem Segeln nach monatlanger Bahn entsteigt ein Strand dem Meere ´s ist unser Kanaan Es ist das Land des Segens das Land des Glücks, der Ruh auf Freunde, auf und

Auswandererlieder | 1900


Sackhüpfen

Wetthüpfen oder Sackgumpen Die wettlaufenden stellen sich in einen weiten langen Sack, der nach oben offen ist und oberhalb der Schulter angebunden wird, so daß bloß noch der Kopf herausschaut. Darin. machen sie Laufversuche nach einem gesteckten Ziele. Auf einer Wiese oder einem sandigen Platze ist das Spiel gefahrlos auszuführen Wer im gehemmten Laufe hinstürzt, muß ohne Hilfe sich wieder empor

Allgemein | 2010


Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)