Volkslieder von A-Z



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O alte Burschenherrlichkeit

O alte Burschenherrlichkeit wohin bist du entschwunden Nie kehrst du wieder gold´ne Zeit so froh und ungebunden! Vergebens spähe ich umher ich finde deine Spur nicht mehr. O ierum, ierum, ierum O quae mutatio rerum Den Burschenhut bedeckt der Staub Es sank der Flaus in Trümmer Der Schläger ward des Rostes Raub Erblichen ist sein Schimmer Verklungen der Kommersgesang Verhallt

Studentenlieder | 1825


O alte Burschenherrlichkeit (1914)

O alte Burschenherrlichkeit Wie schnell gingst du zu Ende Ein Schuft, der jetzt zum Trauern Zeit zum Trübsalblasen fände Hurra, die Bücher untern Tisch Heraus jetzt mit dem Flederwisch O jerum jerum jerum o quae mutatio rerum Was fragen wir nach Plato, Kant Pythagoras und Fichten Wir schlagen uns fürs Vaterland herum mit frechen Wichten Jetzt wird nicht mehr zum

Soldatenlieder | , | 1914


O alte Burschenherrlichkeit in einem kühlen Grunde

O alte Burschenherrlichkeit in einem kühlen Grunde üb immer Treu und Redlichkeit bis an die zwölfte Stunde Ich gehe das Gestad entlang mit Lustgesang und Hörnerklang zu Mantua in Banden, wir lustgen Musikanten Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust in diesen heilgen Hallen das Wandern ist des Müllers Lust, auf Brüder laßt uns wallen Ich bin ein junges, frisches Blut, was frag ich viel

Lob der Musik | Scherzlieder | | 1930


O alte Funkerherrlichkeit (Lied der Schützengrabenfunker)

O alte Funkerherrlichkeit Wohin bist du entschwunden? Wenn wir erst einmal marschbereit sind um die schönsten Stunden Denn statt zu Ross Ins Russenland Geht´s westlich in den Unterstand O jerum, jerum, jerum schrumm Das dreht mein Herz vor Weh rum Wo sind sie, die beim A.O.K. Versicherten ihr Leben? Heut hören wir das ta ti ta in dumpfen Schützengräben, Dort

Soldatenlieder | 1916


O altgewohnter Schlendrian (Landwehr)

O altgewohnter Schlendrian wohin ist´s nun gekommen seitdem wir Lanze und Gewehr zum Kampfe aufgenommen seitdem nach Frankreich wir marschiert und unsere Waffen dort probiert wo unsere Büchsen krachten in all den heißen Schlachten Zwar´s Bäuchlein, das so prall und rund mit edlem Stolz getragen wie ist es nun dahingewelkt kaum deckt die Haut den Magen und war erst manche

Soldatenlieder | 2009


O Arlbergland mein Vaterland

O Arlbergland mein Vaterland dich grüße ich aus Herzensgrund o Perle an des Rheines Rand dir schlägt mein Herz, dir singt mein Mund Gedenk ich dein in Freund und Lust dann netzen Tränen meine Brust Und diene dir mit Herz und Hand o Arlbergland mein Vaterland O Land das Gottes Schöpferwort im Festgewand ins Dasein rief Die größte Pracht erschließt

Landeshymnen | 1924


O Baltenland du schönes Land

O Baltenland, du schönes Land du liebe Flur am Ostseestrand in deiner schlichten Herrlichkeit du schöne Braut, so oft gefreit Laß falten meine Hände mich und beten still und feierlich Du seiest nun und allezeit gebenedeit, gebenedeit Text und Musik: nach E. v. Grotthuß (1898) in St. Georg Liederbuch deutscher Jugend (1935)

Heimatlieder | Landeshymnen | 1898


O Berlin ich muss dich lassen (Abschied von Berlin)

O Berlin, ich muss dich lassen o du wunderschöne Stadt und darinnen muß ich lassen meinen auserwählten Schatz Schönster Schatz, du tust mich kränken Tausendmal in einer Stund Wenn ich nur das Glück könnt lenken Dir zu küssen deinen Mund Ich bin zwar noch jung von Jahren Und das Reisen mir gefällt Etwas Neues zu erfahren Wie es zugeht in

Abschiedslieder | Arbeitslieder-Handwerkerlieder | | 1770


O bittere Not und o weh (Aus und Vorbei)

O bittere Not Und o Weh und o Weh Alle Blumen sind tot Und begraben im Schnee Alle Blätter sind fort Sind verwelkt und verdorrt Wohin und wohin ich auch seh Mein Sommer der starb Denn o Weh und o Weh Mein Lieben verdarb Liegt begraben im Schnee Ist verwelkt und verdorrt, Und der Wind trieb es fort Wohin und

Liebeskummer | 1910


O bittre Zeit

Die Bäume steh`n in Blüte Draußen ist Tag. Doch schwer ist mein Gemüte bang tönt der Glocke Schlag bang tönt der Glocke Schlag. Wie bin ich so alleine 0 bittre Zeit, die töricht ich verweine Doch groß ist unser Leid groß ist der Menschen Leid. Dicht hinterm Zellenfenster grünt schon der Wald Wir aber sind Gespenste und werden jung schon

Gefangenenlieder | Lieder aus Konzentrationslagern | 1937


Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)