Volkslieder von A-Z



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I bin a kleins Bäurle

I bin a kleins Bäurle, metz all Johr a Säule. Jetz führt der Teufel Soldata drher, die fresset mei Säule mitsamt am Schmer. DVA A 180921. Suppingen, Kr. Blaubeuren, Württ. (1948 an DVA) – nach Steinitz I S. 57

Bauernlieder | 1948


I bin a Näglschmied

I bin a Näglschmied Träg ällweil an Nägl mit Wird sich mein Dirndl gfreun, Weil ’s gnägelt will sein. Weil ’s Reserl mi versteht Wia wohl das Nägeln geht Lern i ihr’s ohne grein Weil ’s gnägelt will sein Zieh nur dein Gwanderl äb Wir lernen ’s glei ban Täg Leg di in’s Bett hinein Wannst gnägelt willst sein Tua

Erotische Lieder | 1830


I bin a Soldat von da Infanterie

I bin a Soldat von da Infanterie i dean unsern Kini von Boarn A Roß dös han i net, koan langen Säbel net i brauch koan Kanona zum Fahrn Drum bin i lustig g´stellt mi hat no nia ebbs g´fehlt als wia dös diri dari hoppsdodero hoppsdodero als wia dös hundshäuta Geld Und unser Herr Hauptmann dös is a Mo,

Soldatenlieder | 1916


I bin a Steira Bua

I bin a Steira Bua und hab a Kernnatur I mach ja gwiß koa Schand meim schöna Steirerland Denn in da Steiermark da san d´Leut groß und stark, san wia die Tannabaam bei uns dahoam I bin´s a Steirabua hab z’rissne Strümpf und Schuach, a lukats G´wandl oun schau aus wia a Bettlmoan. an Hunger wia a Stier koan Kreuzer Geld bei

Landeshymnen | 1900


I bin da boarisch Hiasl

I bin da boarisch Hiasl koa Kugl geht mar ei drum fürcht i koan Jaga und sollts da Teifi sei Im Wald drauß is mei Hoamat Im Wald drauß is mei Lebn Da schiali i Reh und Hirschal Und Wildschwein a daneben. Was soll i mi a fürchtn mei Kugel trifft ja guat und wenn die Streifn kemma des sagt

Jägerlieder | Letzte Lieder | Mundart, Niederdeutsch und Dialekte | Politische Lieder | Raub-Mord-Totschlag | | 1800


I bin der Turlhofer vo der Sunnenseiten

I bin der Turlhofer vo der Sunnenseiten Hoab an Krautacker und a Haberleiten Hab zwoa Gas im Stall, hab zwoa Böck im Flur Schneid auf d´ saubern Dirndln hab i gnua Droben am Heuboden liegt oa Dirndl droben Wenn se schöni wär, wer i längst schon droben Weils a schieche is, is mer allweil g´wiß Weils am Heuboden dromat is

Bauernlieder | Erotische Lieder | 1910


I bin dos Mihlimadl von hier (Milchmädchen)

I bin dos Mihlimadl von hier i trag mei Ampal stets bei mir die Mülli, die darinnen ist die ist jo gar so glustarisch Mei Ampal, dos is fein eingricht so daß a jeder Bua glei möcht Sie is nit groß und a nit kloa Sie is nit von Holz nit von Stoa Neulich kommt in ungefähr zu meinen Standal

Erotische Lieder | 1930


I bin gfahren übern See

I bin gfahren übern See rulali rulala do strecket d´Fischle d´Schänz-n d´Höh dridradrulala… Mädele laß dei Gembele gao ´s Gembele wird dr scho vrgao ´s Gembele ist dr scho vrgange d´Windle hanget an de Stange Text und Musik. Verfasser unbekannt – aus Schwaben – in Württembergische Volkslieder (1929) —

Liebeskummer | Mundart, Niederdeutsch und Dialekte | 1920


I bin halt in Kuahtuttnmichl sein Bua

I bin hält in Kuahtuttnmichl sein Bua, Essn und trink n, dös tua i mir nia gnua. Mir tuat’s in Mägn gräbn Heint möcht i Knödl häbn Und wenn mein Väter elfaläutn  tuat O, seil is guat. Zu Mittag, da iß i von drei Maßl Meahl äft in Blent A drei, vier Pfund Kas derzua, Nor scheint mer, i hän

Bauernlieder | 1900


I bin Soldat und han an Bart

I bin Soldat, vallera und han an Bart, vallera und han an Säbel und a G´wehr was werd mei Muadder sage wenn i aus´n Feldzug heimkomme dua und dua an Bart heimtrage „Hab isch du denn mei Jeggerli mei Bua?“ „Ha, ja, i bin dei Bua i bin dei Jeggerli, dei Bua und han an Bart dazua“ I bin Soldat,

Soldatenlieder | , | 1915


Deutsche Volkslieder

Jacob Grimm sah das wesentliche Merkmal aller Volkspoesie darin, daß sie nicht von einzelnen und namhaften Dichtern hervorgegangen, vielmehr unter dem Volk selbst, im Munde des Volkes entsprossen sei. Also nicht ein einzelner, sondern die Gesamtheit, der Volksgeist selber dichtet die Volksgesänge: sie sollen sich „sozusagen von selber an- und fortgesungen haben“. Und für den neugierigen Frager, der diesen Vorgang gedeutet wissen wollte, hatte er die Antwort: „Über die Art, wie das zugegangen, liegt der Schleier des Geheimnisses gedeckt, an das man Glauben haben soll.“ (Jac. Grimm, Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811, Vorrede.)