Wlasta (Valaska) . Ende des Matriarchats in Böhmen


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Milada lobte und billigte den Vorschlag des Fürsten, eilte zu ihrer Frauen, damit sie ihr diese fröhliche Zeitung zu wissen täte und sie vermahnte, solche Gelegenheit nicht auszuschlagen. Wlasta ließ sich solches Vornehmen gefallen und befahl, daß sie dasselbe vollzöge, auch folgendes Tages alsbald zu Primislaus mit mehrern Frauen zöge und von ihm das Schloß Wischerad in ihre Verwahrung nähme, ihm auch zusagte, daß Wlasta den Primislaus für ihren Vater halten, und seinen Sohn als ihren eigenen Bruder in Acht nehmen wollte.

Milada kam mit einem stattlichen Frauenzimmer wieder auf das Schloß Wischerad, richtete der Wlasta Befehl aus und bat, daß man ihr das Schloß übergeben wollte. Darauf bat Primislaus die Milada ganz freundlich, ehe daß er ihr das Schloß überreichte, daß sie zuvor, mit dem ganzen Frauenzimmer, mit ihm zu Mittag essen wollte. Als er solches erlangt, machte er sich fröhlich unter der Mahlzeit, bis so lange, daß er vermeinete, genugsame Gelegenheit vorhanden, sein Vornehmen ins Werk zu setzen.

Darum stand er vom Tische auf, stellte sich, als blutete ihm die Nase und wollte das Blut hemmen, gab daneben den Gewappneten ein Zeichen, daß sie heimlich einen Einfall tun, die Jungfrauen umbringen und von der Höhe hinunter stürzen sollten. Also wurden alle Jungfrauen ums Leben gebracht, ausgenommen eine, so im Stalle bei den Rossen gelassen, und bald, in dem ersten Lärmen, davon kommen war. Sonst wurden die andern alle ihrer Kriegesrüstung beraubet und entweder zu den Fenstern hinausgestürzt, oder aber erstochen.

Die Magd, so entflohen, brachte der Wlasta alsbald diese traurige Zeitung. Dieselbe forderte eilend ihre Rüstung und ein Roß, gab auch Befehl, daß sich die übrigen Jungfrauen rüsten und, wo esam füglichsten, über die Moldau setzen sollten. Indem sie aber bis zu dem Rade kamen, mit welchem Stiradius kurz zuvor gerädert, fiel alsbald ein Haufen Männer aus dem Schlosse, welche mit dergleichen Rüstung wie die Jungfrauen, so erschlagen, angetan waren, daß Wlasta auch im ersten Ansehen zweifelte, ob die Magd recht von der Jungfrauen Todschlag berichtet hätte. Aber bald merkte sie den Betrug, daß sich die Männer in ihre Rüstung angeschickt hätten. Deshalb stritt sie wider dieselben ganz männlich, wie zuvor.

Aber die Männer waren ihr überlegen; sie hätten sie gerne lebendig überkommen, welches doch unmöglich, weil sie so beherzt und durstig war. Deshalb wurde sie endlich erschlagen, am 14 Mai des Jahres 743. Die Männer zogen nach dem Schlosse Diewin, nahmen dasselbe ein, und brachten alles, was weiblichen Geschlechts war, darin um. Wlasta aber blieb unbegraben liegen und wurde von den Bestien und Vögeln gefressen. Also befreiten sich die Böhmen von dem Regimente der Weiber.

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