Man sagt von starken Helden (Heinrich der Löwe)


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Die Hord‘ wurde gebunden,
Er legt sie auf das Meer,
Setzte sich drauf von Stunden,
Sah sich sehr weit umher.
Der Löwe kam gegangen,
Hatt‘ ihm ein Wild gehetzt,
Der Herr säumt‘ sich nicht lange,
Hat sich erst niedergesetzt.

Der Löwe trauret‘ sehre
Fand seinen Herren nicht,
Lief hin und her so sehre;
Von weitem er ihn erblickt,
Hörte des Herren Stimme
Und sah ihn auf dem Schiff,
Schwamm bald mit großem Grimme
Zum Herren in das Schiff.

Sie fuhren Tag und Nachte,
Wo sie der Wind hintrieb,
Der Herr auch immer wachte,
Für Angst er wenig schlief,
Hätt‘ auch lieber gesehen,
Der Löw‘ wär‘ blieben da.
»Wie wird es mir nun gehen,
Das Unglück kommt mir nah‘!

Ach Gott! thu‘ dich erbarmen, –
Rief er – hub auf sein‘ Hand‘,
Hilf doch an’s Land uns Armen,
Die Speise hat ein End‘.«
Es war Gott zu erbarmen,
Wie man erachten kann;
Der Löw‘ in seinen Armen
Sah‘ ihn ganz traurig an.

Ja, Wunder muß ich sagen,
Wie man es oft empfind’t,
Mancher Feind thut Haß tragen,
So bös er auch gesinnt
Aber Gott kann es wenden,
Muß kommen ihm zu gut,
Sein Unglück auch so enden
Und helfen aus der Not

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Liederthema: Gedichte
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