Man sagt von starken Helden (Heinrich der Löwe)


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Gar bald kam da geflogen
Der Vogel Greif sehr groß
(Ist wahr und nicht erlogen),
Und auf den Herrn zuschoß
Faßt ihn mit seinen Klauen
Trug ihn bald in sein Nest
Der Herr tät sich erfreuen
Sprach: »Gott, tu bei mir das Best‘!«

Der Greif flohe von hinnen
Mehr Speise er begehrt‘
Der Herr thät sich besinnen
Ergriff sein scharfes Schwert
Er dankte Gott dem Herren
Und schnitt sich aus der Haut
Er sah sich um vor Freuden
Und faßt‘ einen guten Mut.

Die jungen Greifen schrien
Begehrten bald den Herrn
Ich sag’s aus wahrer Treue
Er thät sich ihrer wehr’n
Er rief an Gott den Herren
Der half ihm aus der Not
Thät sich der Vögel erwehren
Und schlug sie alle todt.

Der Herr thät sich von weiten
Im Wald ziemlich umschau’n
Da sah‘ er grimmig streiten
Einen Lindwurm mit einem Leu’n.
Er sprach: »ich will es wagen
Und sollt‘ ich bleiben todt;«
Thät auf den Lindwurm schlagen,
Sprach: »nun hat’s wohl keine Noth

Ich hab‘ oft hören sagen,
Der Löw‘ sei ein treues Thier,
Drum will ich’s mit ihm wagen
Gegen den Lindwurm hier.
Ich hoff mir soll’s gelingen,
Der Lindwurm soll bleiben todt;
Dem Löwen will ich beispringen,
Ihm helfen aus der Noth.«

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Liederthema: Gedichte
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