Das Innere des Zobtenberges: Schatz im Berg

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Es war einmal ein Mann, der ist einmal im Berge herum gekrochen und hat Vogelnester gesucht. Wie er nun in eine wilde, wüste Steinrücke kommt, so sieht er eine Höhle mit einer offen stehenden Türe, eine große, zwar nicht ganz finstere, doch weit hinein gehende, furchtsame Höhle. Da fing er sich an zu fürchten und blieb stehen, sah sich ganz erschrocken um und bedachte sich, was er tun sollte. Weil er aber merkte, daß er ohne Schwierigkeit hinein kommen konnte und auch niemanden dabei gewahr ward, der ihm den Weg verrennet hätte, so ging er getrost hinein und durchstöberte alle Winkel.

Er stutzte aber gewaltig, als er einen erschrecklich großen Haufen ganz frei da liegenden und von keiner Seele bewachten Goldes und Geldes antraf. Da hätte man sehen sollen, wie er zugegriffen hat; er steckte und stopfte sich alle Schubsäcke voll und ging mit der guten, gemachten Beute glücklich wieder heraus. Er war so voller Freuden, daß er sich nicht einmal die in der Gegend befindlichen Sträucher und Bäume zeichnete, sondern sich auf andere bekannte Wahrzeichen verließ, weswegen er auch, als er nachgehends diese Höhle etlichemal wieder gesucht, dieselbe nicht mehr finden können, sondern allemal unverrichteter Sache wieder fortgehen müssen.

Man erzählt, daß einstmals ein blödsinniger Mann, ingleichen ein unmündiges Mädchen eine sonderbare Türe in dem Berg gesehen. In selbige, da sie offen stand, gingen sie hinein, wurden von einem alten bärtigen Manne herum geführt und zuletzt mit einem Ast voll Kirschen oder Pflaumen beschenkt, welche, da diese einfältigen Leute aus dem Berge wiederum fortgegangen, und ihre Geschenke betrachtet, von gediegenem Golde gewesen, worauf einige goldbegierige Bürger diese Tür gesucht, aber nichts mit ihrem vergeblichen Graben ausgerichtet.



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Liederthema: Allgemein
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