Volkssagen Märchen und Legenden (1811) von A - Z

75 Lieder - Volkssagen Märchen und Legenden (1811)

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Der schwarze Friedrich zu Liegnitz

Vor zweihundert Jahren hauste in der Gegend von Liegnitz ein grausamer Räuber, der schwarze Friedrich, oder der Bruchmörder genannt, ein Mensch von bewunderungswürdiger List und Stärke. Alle Spione täuschte er, allen Nachstellungen wußte er zu entgehen und wo keine List half, da wirkte seine mächtige Faust, mit der er seine Armbrust spannte und eine ganze Stunde weit schoß. Friedrich hielt

Allgemein | | 1600


Der Tod des heiligen Beneda

Neben dem Schloß Meissen in Sachsen hatte im Jahre 1088 König Wratislaus der erste von Böhmen eine Gegenfestung angelegt, zur Zügelung der Stadt, zu jener Zeit, als Meissen durch Kaiser Heinrich den 4ten dem Böhmerlande zugeschlagen ward. Guozedek hieß sie in Böhmischer Sprache, jede Spur ist jetzt davon verloren. Ein Böhmischer Herr, Beneda genannt, landräumig aus unbekannten Ursachen, begab sich

Allgemein | | 1088


Der ungetreue Vormund (Durings Erle)

Als diese Dinge nun alle gestillt (die Erzählung schließt sich unmittelbar an die vorhergehende), setzte sich Neklan auf den fürstlichen Stuhl nieder und fragte nach des Wlatislaus Gesinde. Unter andern wurde ihm gesagt, daß Zbislaw, Sohn des Wlatislaus, ein Knäblein von zwölf Jahren, im Dorfe Bitozewes bei einem Weibe heimlich gehalten würde; denselben ließ Neklan für sich bringen. Und als er

Allgemein | | 0871


Der wandelnde Geist zu Rauheneck

In der Nähe der Östereichischen Stadt Baden liegen die Ruinen der Veste Rauheneck. Ein Geist, dem das Schicksal herum zu wandeln gebot, warum, meldet die Sage nicht, schleicht hier aus und ein und ächzt und klagt ob seiner Erlösung. Diese aber hängt von dem Bäumchen ab, das jetzt nur noch als Staude aus der Mauer des hohen Turmes empor wächst.

Allgemein | | 1200


Der Wunderring im Hause derer von Alvensleben

Es hat sich vor vielen, vielen Jahren, bei dem löblichen adlichen Geschlechte derer von Alvensleben, auf dem Hause Kalbe an der Milde, in der Mark Brandenburg, begeben, daß des damals lebenden Junker von Alvensleben Hausfrau, bei nachtschlafender Zeit, als das Haus verschlossen, von einer Magd, so eine Laterne in der Hand getragen, aufgewecket, mit vielen guten Worten, einer Frau in

Allgemein | | 1599


Die beiden steinernen Bilder beim alten Rathause zu Breslau

Beim alten Rathause zu Breslau befinden sich zwei steinerne Bilder, halb verloschen und daher schwer zu erkennen. Es scheint eine männliche Gestalt zu sein und eine Frau, die einen Ring vom Finger zieht. Die Geschichte weiß sie nicht zu erklären, aber wohl die Sage, welche erzählt: in früher Zeit liebte einst ein Mönch eine Nonne. Das Geheimniß ward bald entdeckt

Allgemein | | 1300


Die entführte Nonne

Anno 1026 lebte in Böhmen Brzetislaus, Herzogs Ulrich Sohn, ein schöner Jüngling, auch mit allen guten Tugenden von unserem Herren Gott vor andern gezieret. Er pflegte seine Jugend je und allwege mit Rennen, Stechen, Turnieren und anderen ritterlichen Spielen, vor anderen seines Alters Gleichen, zu beweisen und sich darinnen zu üben. Zu der Zeit war in deutschen Landen ein berühmter

Allgemein | | 1026


Die Ermordung der Tartarischen Kaiserin zu Neumarkt im Jahre 1240

Bei denselbigen Zeiten da regierte ein mächtiger und reicher Tartarischer Kaiser in dem Aufgang der Sonnen. Derselbige unter ihm viel Könige, Fürsten und Herren hatte; welcher mit dem Namen Batus geheißen war. Dieser Kaiser hatte auch ein Gemahl, welche ihm vertraut war nach Weise und Gewohnheit der Tartaren. Diese Tartarische Kaiserin hörte sagen oft und vielmal von ihren Herren und

Allgemein | | 1240


Die Erscheinung des heiligen Mathias

Des Herzogs Boleslaus Diener spürten, daß ihr Herr sehr andächtig war, welcher seine besondere Lust allein an das Gebet und den Kirchenbau anwende. Einstmals, zur Sommerszeit, traten sie sämtlich und besonders die Christen vor ihn und baten, daß er die Tat seines Vaters aus dem Gemüte lassen und Gott dem Allmächtigen vertrauen sollte. Er würde ihm solches, was er aus

Allgemein | | | 0941


Die Frau von Weissenburg

Graf Friedrich, Pfalzgraf zu Sachsen, wohnte in dem Osterlande auf dem Schlosse Schiepelitz und hatte ein überaus schönes Weib, die hieß Adelheide und war des Herzogen von Sachsen Tochter. Die hatte Ludewig der zweite aus (Thüringen?, Ludwig der Springer?, M. Z.) dermaßen lieb und hätte sie gerne zu der Ehe gehabt, wenn sie ihren Herrn nicht mehr hätte. Dasselbige Weib

Sagen | | 1065