Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

8 Lieder von Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

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Der erste der mit kluger Hand

Das erste Buch Der erste, der mit kluger Hand Der Männer Schmuck, den Hut, erfand, Trug seinen Hut unaufgeschlagen; Die Krempen hingen flach herab, Und dennoch wußt er ihn zu tragen, Daß ihm der Hut ein Ansehn gab Er starb, und ließ bei seinem Sterben Den runden Hut dem nächsten Erben. Der Erbe weiß den runden Hut Nicht recht gemächlich

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Der Narr dem oft weit minder Witz gefehlt (Till)

Der Narr, dem oft weit minder Witz gefehlt Als vielen, die ihn gern belachen, Und der vielleicht, um andre klug zu machen, Das Amt des Albernen gewählt (Wer kennt nicht Tills berühmten Namen?); Till Eulenspiegel zog einmal Mit andern über Berg und Tal. Sooft als sie zu einem Berge kamen, Ging Till an seinem Wanderstab Den Berg ganz sacht und

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben (Der Affe)

Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben Im Brett einmal die Dame ziehn Und sah auf jeden Platz, den sie dem Steine gaben, Mit einer Achtsamkeit, die stolz zu sagen schien, Als könnt er selbst die Dame ziehn. Er legte bald sein Mißvergnügen, Bald seinen Beifall an den Tag; Er schüttelte den Kopf itzt bei des einen Zügen Und billigte

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Ein Bär der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen

Ein Bär, der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen, entrann und wählte sich den ersten Aufenthalt. Die Bären grüßten ihn mit brüderlichen Küssen Und brummten freudig durch den Wald, Und wo ein Bär den andern sah, So hieß es: “Petz ist wieder da!” Der Bär erzählte drauf, was er in fremden Landen Für Abenteuer ausgestanden, Was er gesehn, gehört, getan.

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Ein guter dummer Bauernknabe

Ein guter dummer Bauernknabe, Den Junker Hans einst mit auf Reisen nahm, Und der trotz seinem Herrn mit einer guten Gabe, Recht dreist zu lügen, wiederkam: Ging, kurz nach der vollbrachten Reise, Mit seinem Vater über Land. Fritz, der im Gehn recht Zeit zum Lügen fand, Log auf die unverschämt´ste Weise Zu seinem Unglück kam ein großer Hund gerannt. “Ja,

Gedichte | Liederzeit: | | 1748


Ein Zeisig wars und eine Nachtigall

Ein Zeisig wars und eine Nachtigall, Die einst zu gleicher Zeit vor Damons Fenster hingen. Die Nachtigall fing an, ihr göttlich Lied zu singen, Und Damons kleinem Sohn gefiel der süße Schall. »Ach welcher singt von beiden doch so schön? Den Vogel möcht ich wirklich sehn!« Der Vater macht ihm diese Freude, Er nimmt die Vögel gleich herein. »Hier«, spricht

Gedichte | Liederzeit: | | 1746


Von einem Greise will ich singen (Der Greis)

Von einem Greise will ich singen, Der neunzig Jahr die Welt gesehn. Und wird mir itzt kein Lied gelingen: So wird es ewig nicht geschehn Von einem Greise will ich dichten, Und melden, was durch ihn geschah, Und singen, was ich in Geschichten, Von ihm, von diesem Greise, sah. Singt, Dichter, mit entbranntem Triebe, Singt euch berühmt an Lieb und

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Wie oft weiß nicht ein Narr (Der grüne Esel)

Wie oft weiß nicht ein Narr durch töricht Unternehmen Viel tausend Toren zu beschämen! Neran, ein kluger Narr, färbt einen Esel grün, Am Leibe grün, rot an den Beinen, Fängt an, mit ihm die Gassen durchzuziehn; Er zieht, und jung und alt erscheinen. Welch Wunder! rief die ganze Stadt, Ein Esel, zeisiggrün! der rote Füße hat! Das muß die Chronik

Gedichte | | 1746