Liederlexikon: Preisend mit viel schönen Reden

| 1818

„Preisend mit viel schönen Reden“ ist ein Gedicht von Justinus Kerner, das er 1818 nach dem Wiener Kongreß und dem Wartburgfest schrieb. Als Europas Fürsten 1815 beim Wiener Kongreß Deutschland in viele kleine Staaten aufteilten, war wohl kaum einer unter ihnen, der seinen Kopf in den Schoß seiner Untertanen hätte legen können, ohne in Gefahr zu sein, geköpft zu werden. Im gleichen Kontext „Den Mann den halt ich ehrenwert„.

Die Melodie gehört ursprünglich zu dem Lied “In des Waldes düstern Gründen”, das in dem Roman “Rinaldo” von Vulpius 1800 vorkommt und bald Volkslied wurde. Bemerkenswert ist die Schlußwendung in der Melodie, die ganz klar die Marseillaise zitiert und damit das „Köpfen“ im Gedicht mit der Guillotine der französischen Revolution verbindet, die ja gerade erst etwa zwanzig Jahre zurückliegt, als der Text entsteht.