Liederlexikon: Es freit ein wilder Wassermann

| 1800

Die Ballade „Es freit ein wilder Wassermann“ ist in verschiedenen Liedfassungen überliefert: Ein wilder Wassermann will die Königstochter zu sich ins Wasser holen, wo sie mit ihm leben soll.  1817 erstmals aufgeschrieben, ist „Es freit ein wilder Wassermann” aber vermutlich recht alt. Es gibt auch Fassungen, in denen der Wassermann schlicht ein reicher Mann ist, der sich die schöne Tochter kraft seines Reichtums holen kann.

Ähnlichen Inhalts  ist die alte schwedische Ballade „Bergkönig und Königstochter“ (Altschwedischen Balladen). In de schwedischen Ballade wird die Liebe des Kindes zu seiner Mutter verherrlicht, während im deutschen Liede die Liebe der Mutter zu ihren Kindern zum Thema wird. In der schwedischen Ballade vergißt „Schön Gretchen“ Himmel und Erde, Gott, Bruder und Schwester, aber nicht ihre traurige Mutter; in der deutschen Ballade verlässt die „schöne Hannele“  Vater und Mutter und gibt die ganze Welt auf, um nur bei ihren Kindern im Wasser zu bleiben.