Liederlexikon: Dornröschen war ein schönes Kind

| 2016

Altes Kinderspiel und Tanzlied nach dem Märchen von Dornröschen, auf die Melodie von „Die Anna saß am Breitenstein“.  Böhme schreibt in „Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897):

„Hier ist ein altes Volksmärchen mit kurzen Zügen in Sang und Spiel dargestellt, alles Erzählte wird durch Gebärden versinnlicht; es ist eine Kinderballade mit Pantomimen. Die Textworte sind offenbar nicht Volksüberlieferung , sondern neueres Kunstgedicht für Spielschulen, aber recht lobenswert gemacht. Ausnahmsweise habe ich diesen Spielgesang aufgenommen, weil die Grundlage ein schönes deutsches Volksmärchen und die Darstellung gut volkstümlich und sehr verbreitet ist. Es kann dieses Stück als augenfälliger Beleg dafür dienen, wie in der Vorzeit unsere alten Balladen entstanden und als Reigen mit Gebärdenspiel vom Volke getanzt, daher sie nicht ohne Grund Ballaten (= Tanzlieder ) genannt wurden.“

Als „Mariechen saß auf einem Stein“ mit Bezügen zu der Blaubart-Sage von dem mordenden Ritter Blaubart.

Die Melodie wird auch im C-Teil des Hacketäuer-Marsch von Wilhelm Beez, gebohren 1856 in Mühlhausen, gestorben 1929 in Köln-Mühlheim, verwendet. Dieser C-Teil ist auch als  „Hannes met den Hut Polka“ bekannt, in Münsterland und Norddeutschland als „O Hannes wat een Hoot“ bzw. „O Hannes wat’n Haut“ mit entsprechendem Plattdeutschen Texten gesungen. Am Niederrhein zählten sie wohl zu den Drickestänzen zum Schluss wurde „Der Drickes kritt dä Taler nitt“ gesungen, in einigen antisemitischen Musikzeilen wird statt Drickes „Dä Jüd“ genannt.