Liederlexikon: Bäh Lämmchen bäh

| 1896

Trostreim vom Lämmchen, das sich gestossen hat –
Bereits vor 1772  erschien in Weimar ein Gedicht von Friedrich Justin Bertuch , schon gedruckt in “ Wiegenliederchen “ , Altenburg 1772, S. 30, vertont von A. W. Erk , vor 1800 bzw nach J. F. Reichardt
„Ein junges Lämmchen weiß wie Schnee ging einst mit auf die Weide“, das vermutlich von dem Kinderreim „Bäh Lämmchen Bäh“ inspiriert war und den kindlichen Lesern und Zuhörern riet, nicht zu übermütig zu sein, damit man sich nicht verletzt. Eventuell sind aber auch die Kinderreime von dem Gedicht Bertuchs inspiriert?




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Ein junges Lämmchen weiß wie Schnee

Ein junges Lämmchen weiß wie Schnee
ging einst mit auf die Weide
mutwillig sprang es in den Klee
mit ausgelassner Freude

Hopp hopp ging´s über Stock und Stein
mit unvorsicht´gen Sprüngen
„Kind!“ rief die Mutter „Kind, halt ein!
es möchte dir mißlingen!“

Allein das Lämmchen hüpfte fort
bergauf, bergab mit Freuden
doch endlich mußt´s am Hügel dort

Mäh Lämmchen mäh (Das Lämmchen läuft in Wald)

Mäh Lämmchen mäh
Das Lämmchen lauft in Wald
da stieß sich´s an ein Steinchen
da tat ihm weh sein Beinchen
da schrie das Lämmchen „mäh“.

Mäh, Lämmchen, mäh!
Das Lämmchen lauft in Wald
da stieß sich´s an ein Stöckelchen
tat ihm weh sein Köppelchen
da schrie das Lämmchen „mäh“.

Mäh, Lämmchen, mäh!
Das Lämmchen lauft in Wald

Mäh, Lämmchen, mäh

Mäh, Lämmchen, mäh
das Lämmchen lief im Klee,
da stieß es an ein Sträuchelchen,
da tat ihm weh sein Bäuchelchen,
da schrie das Lämmchen mäh!

aus: Des Knaben Wunderhorn (1808)
Bäh Lämmchen Bäh



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