Ich war wohl recht ein Springinsfeld (Robert)

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Ich war wohl recht ein Springinsfeld,
In meinen Jünglingstagen
Und that nichts lieber auf der Welt
Als reiten, fischen, jagen

Einst zogen meine Streiferei´n
Weiß nicht, auf welche Weise?
Doch war es recht, als sollt‘ es sein
Mich ab von meinem Gleise

Da sah ich über’n grünen Zaun
Im lichten Frühlingsgarten
Ein Mädchen, rosicht anzuschaun
Der Schwesterblumen warten

Ein Mädchen, so von Angesicht
Von Stirn und Augenstrahlen
Von Wuchs und Wesen, läßt sich nicht
Beschreiben und nicht malen

Ich freundlich hin, sie freundlich her
Wir mußten beid´ uns grüßen
Wir fragten nicht, wohin? woher?
Noch minder, wie wir hießen?

Sie schmückte grün und rot den Hut
Brach Früchte mir vom Stengel
Und war so lieblich, war so gut
So himmlisch, wie ein Engel!

Doch wußt´ ich nicht, was tief aus mir
So seufzte, so erlebte
Und, unter Druck und Küssen, ihr
Was vorzuweinen strebte

Ich konnte weder her noch hin
Nicht weg, noch zu ihr kommen
Auch lag´s nicht anders mir im Sinn
Als wär mir was genommen

Mich dünkt ich hatt ihr tausendviel
Weiß Gott all was zu sagen
Doch konnt ich, welch ein Zauberspiel
Nicht eine Sylbe wagen

Sie fragt in heller Unschuld: Was?
Was ich wohl von ihr wollte?
Ach Liebe! rief ich, als mir´s naß
Von beiden Wangen rollte

Sie aber schlug den dunkeln Blick
Zum schönen Busen nieder
Und ich verschüchtert floh zurück
Und fand sie noch nicht wieder!

Wie konnte wohl dies Eine Wort
Dies Wörtchen sie betrüben? –
O blöder Junge! wärst du dort
Wärst du doch dort geblieben

Text: Gottfried August Bürger -Ein Gegenstück zu Claudius Romanze Phidile
Musik: von Dr. Weiß –
in Die Volkslieder der Deutschen (1834)

Liederthema:
Liederzeit: (1790)